Doppelspitze mit Stardirigent

„Wenn einem so viel Liebe entgegen gebracht wird, da kann man kaum Nein sagen.“ So erklärt Adam Fischer die Beziehung zu den Symphonikern, die mit dem 65-jährigen Ungarn in ihrem Jubiläumsjahr 2014 das Mozart-Requiem in der Tonhalle aufgeführt hatten. Nun unterschrieb der weltweit gefragte Maestro einen Fünfjahres-Vertrag mit der Tonhalle, nicht als Generalmusikdirektor, sondern als Erster Konzertdirigent und künstlerischer Berater der Tonhalle. „Wir freuen uns darauf“, so Jan Perschel vom Orchestervorstand, „mit ihm bis 2020 zusammenarbeiten zu können.“ Und das gesamte symphonische Werk von Gustav Mahler einzustudieren. Genauso begeistert sind sie, dass der 29-jährige Alexandre Bloch aus Paris als Erster Gastdirigent ebenfalls vier Konzerte pro Saison mit ihnen erarbeiten wird. Der studierte Cellist gilt als Hot-Shot der Klassikbranche und gab schon einige Male den Ton an beim Amsterdamer Concertgebouw und London Symphony Orchestra.

Als Bindemittel zwischen Symphonikern und Fischer fungiert die Oper; denn 70 Prozent ihrer Dienste versehen die Musiker im Opernhaus, „ähnlich wie die Wiener Philharmoniker“, so Fischer über das Starorchester, mit dem er besonders häufig Mozart und Haydn einstudierte. Er selbst ist in der Mailänder Scala ebenso zu Hause wie an der New Yorker Met, in den Operntempeln in Paris und London. Deshalb wolle er mit ihnen Mahler einstudieren. Dessen Werke seien ideal für Orchester, die auch Opern spielen. „In Mahler-Symphonien können die Musiker ihre Instrumente besser präsentieren“, lächelt Fischer. Und werden nicht immer auf leisen Sound zurückgetrimmt. Eine erste Kostprobe werden er und die Symphoniker beim ersten Abokonzert im September geben, mit Mahlers Siebter Symphonie. Und Haydns Symphonie Nr. 88. „Wenn die Leute nach einer Haydn-Symphonie sagen „Das ist aber ein schönes Stück!“, ist das ein Kompliment, lächelt Fischer. Denn die Gefahr sei, „dass man Haydn sehr langweilig dirigiert“.

Neben seiner Konzert-Verpflichtung ist Fischer auch als künstlerischer Berater engagiert. Im Klartext: Er wird Einfluss auf Programme nehmen und mit dem Ersten Gastdirigenten Bloch eng kooperieren. Darauf freut sich Fischer. Er habe zwar Bloch noch nicht als Dirigenten erlebt, aber nur Bestes gehört.

Fünf Jahre wird er Düsseldorf tätig sein, jede Saison drei Abokonzerte und ein Sonderkonzert leiten. Wird der Opernexperte auch in Oper tätig? „Möglich, aber da müssen wir erst Gespräche führen“, erklärt Fischer. Eine gute Voraussetzung könnte sein, dass er den Opern-GMD Axel Kober aus seiner Zeit in Mannheim gut kennt. Als Fischer dort Chef war, verdiente sich Kober die ersten Sporen.