Dienstwagen für alle in der Düsseldorfer Verwaltung

Thomas Geisel führt ein Elektroauto vor. Trotz des Fahrzeugpools behalten der Oberbürgermeister und die Dezernenten ihre eigenen Dienstwagen.
Thomas Geisel führt ein Elektroauto vor. Trotz des Fahrzeugpools behalten der Oberbürgermeister und die Dezernenten ihre eigenen Dienstwagen.
Foto: Stadt Düsseldorf / Michael Gstettenbauer
Was wir bereits wissen
Die Stadt Düsseldorf strukturiert ihren Fahrzeugpool neu: Ab sofort dürfen alle rund 10.000 Mitarbeiter die Autos fahren. Maßnahme soll Geld sparen.

Düsseldorf.. Oberbürgermeister Thomas Geisel steigt in das kleine rote Elektroauto. Er lächelt und startet den Wagen, plötzlich schaut er seinen Beifahrer verdutzt an. Personaldezernent Andreas Meyer-Falcke beantwortet ihm die ungeäußerte Frage mit einem Nicken. Doch, der Wagen läuft, auch wenn kein Motor aufheult. Die beiden drehen eine Runde um das Düsseldorfer Rathaus und parken anschließend wieder neben weiteren städtischen Autos.

Sie alle gehören zum Fahrzeugpool, den die Verwaltung jetzt neustrukturiert hat. Zuvor waren die Autos, vom Zweisitzer bis zum Transporter, für bestimmte Ämter reserviert. Ab sofort können alle der rund 10 000 Mitarbeiter die Wagen für ihre Dienstfahrten nutzen.

Stadt spart mindestens 319.000 Euro

Damit will Geisel nicht nur der Umwelt etwas Gutes tun, er will vor allem Geld sparen, mindestens 319.000 Euro. Weil nämlich mehr Fahrer als zuvor den Pool nutzen dürfen und die Autos dadurch besser ausgelastet sind (im Idealfall acht Stunden am Tag), kauft die Stadt keine 15 neuen Dienstwagen.

Bürgermeister Doch längst nicht alle in der Verwaltung brauchen den erweiterten Fahrzeugpool. Viele sind bereits mit ihrem Privatwagen dienstlich unterwegs. Außerdem behalten einige Ämter ihre eigenen Wagen, weil sie etwa viele Außentermine haben (z.B. das Verkehrsmanagement oder das Katasteramt) oder ihre Standorte abgelegen sind (Forstamt). Wer möchte, kann zudem eins der Stadträder fahren. Ohnehin gilt für Düsseldorf: „Aus Umweltschutzgründen sollen für Dienstfahrten nach Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden“, sagt Meyer-Falcke. Schließlich haben fast Mitarbeiter eine ÖPNV-Dauerkarte – selbst die Autofahrer; das Ticket bekommen sie zu den Parkgebühr dazu.

Knöllchen auch für städtische Poolautos

Besondere Privilegien gibt’s in den Wagen mit dem Stadtlogo und dem Fahrpool-Schriftzug jedoch nicht: „Die Polizei verteilt trotzdem Knöllchen, ausgenommen sind städtische Mitarbeiter davon nicht“, sagt Stadtsprecher Michael Bergmann.

Schlimmer noch, die Poolautos zählen als Arbeitsplatz. Das heißt: strenges Rauchverbot. Auch deftige Cheeseburger, prallgefüllte Dönertaschen und fettige Pommes sollte man ebenfalls nicht im Wagen genießen. „Aber wir wollen niemandem einen Kaffee verbieten“, beschwichtigt Fuhrparkmanager Jörg Nicolaye.