Diebstahl von 15 000-Euro-Mantel fiel auf
10.02.2012 | 15:40 Uhr 2012-02-10T15:40:00+0100
Düsseldorf.Er ließ sich schicke Sakkos und Anzüge zeigen, dann aber hatte es ihm ein besonders exklusiver Mantel angetan: Das Stück aus der teuren Wolle der südamerikanischen Lamasorte Vikunja mit einem Nerzkragen kostete 14 999 Euro. Den kaufte er aber nicht, sondern wollte ihn unbezahlt mitgehen lassen. Deshalb stand der Kellner (41) gestern vor dem Amtsgericht.
Das Geschäft in der Blumenstraße hat per Kamera stets ein Auge auf die Kunden, denn immer wieder werden teure Teile entwendet. Daher waren der vermeintliche Kunde und seine Begleitung auch nicht unbeobachtet im Untergeschoss, als die Verkäuferin ins Lager verschwand.
Ein Kollege sah auf dem Bildschirm eine Etage höher, wie der Angeklagte den Mantel zusammenrollte und sich hinten in den Hosenbund steckte. Weil seine Jacke lässig groß war, er seine Hände in die Hosentaschen steckte und sich dann die Jacke hinten bauschte, fiel das Paket im Rücken nicht auf. „Das ging ruck-zuck!“, berichtete der Verkäufer als Zeuge vor Gericht.
Man rief die Polizei. Doch bevor die zugreifen konnte, hängte der Mann den Mantel wieder an den Ständer. Der Angeklagte erklärte im Prozess, er sei erschrocken über sich gewesen. Sein Verteidiger erklärte, damit sei er von seinem Diebstahlsversuch wieder zurückgetreten, bevor er ihn beendet habe. Dass am nächsten Tag auch ein Gerät gefunden wurde, mit dem Sicherungsetiketten entfernt werden können, könne man nicht seinem Mandanten anlasten. Der müsse freigesprochen werden.
Das Gericht sah das anders. Der 41-Jährige habe den Mantel bereits vollständig in seine Gewalt gebracht. Das Zurückhängen könne man nur als tätige Reue werten. Was sich dann auch mildernd auf die Strafe auswirkte: Zu 2700 Euro Geldstrafe verurteilte das Gericht den Angeklagten.
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