Die Ungeheuerlichkeit des Krieges

Hilden..  Das Wilhelm-Fabry-Museum, Benrather Straße 32a, zeigt ab Sonntag, 1. Februar, eine Wanderausstellung zum Ersten Weltkrieg. Eröffnet wird sie um 11 Uhr mit Grußworten von Bürgermeisterin Birgit Alkenings und der Leiterin des LWL-Museumsamtes, Ulrike Gilhaus. Musikalisch wird die Veranstaltung von Schülerinnen und Schülern der Musikschule Hilden begleitet.

Der Erste Weltkrieg ist von Beginn an auch ein Krieg der Worte und der Bilder. Im Marschgepäck haben nicht wenige Soldaten eine kleine Kamera, um Ereignisse und persönliche Erlebnisse in Bildern festzuhalten. Im Bildarchiv des LWL-Medienzentrums für Westfalen befinden sich zwei Sammlungen aus westfälischem Privatbesitz mit äußerst seltenen stereoskopischen Amateuraufnahmen. Die Fotografien von Karl Bußhoff und Otto Mötje zeigen den Ersten Weltkrieg aus der Perspektive zweier Frontsoldaten. Dabei vermittelt die 3D-Technik eine räumliche Erfahrung, die den Betrachter unmittelbar in das Geschehen einzubeziehen scheint. Die Bilder, die durch ihren privaten Blickwinkel aus der Masse an Fotografien der Zeit hervorstechen, werden im Rahmen der Ausstellung erstmals öffentlich gezeigt. Wiederkehrende Themen sind: der eigene Alltag, die Eindrücke in einem fremden Land, das Ausmaß der Zerstörungen, die Faszination der Waffentechnik, gefallene und gefangen genommene Gegner. Die Fotografien führen eindrücklich die Ungeheuerlichkeit des Krieges vor Augen.

Ergänzend zur Ausstellung ist in der vom LWL-Medienzentrum für Westfalen herausgegebenen Publikationsreihe „Aus westfälischen Bildsammlungen“ ein Bildband erschienen. Ebenso wie in der Ausstellung wird auch hier der 3-D-Effekt des räumlichen Sehens durch eine spezielle Sehhilfe erfahrbar gemacht. Das von Dr. Volker Jakob und Stephan Sagurna herausgegebene Buch ist auch im Wilhelm-Fabry-Museum zum Preis von 24,80 Euro erhältlich.