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Die Themse ist eben nicht der Rhein

26.12.2011 | 16:00 Uhr
Die Themse ist eben nicht der Rhein
Sarah an der Themse, im Hintergrund die Tower-Bridge. Zum Arbeiten zog sie nach London, inzwischen studiert sie Psychologie. Foto: privat

Düsseldorf.  Sarah Kolvenbach zog zum Arbeiten nach London. Jetzt studiert sie dort. Ihre Heimatstadt vermisst sie trotzdem.

Ungefähr 600 Kilometer Autostrecke von Zuhause, dazwischen der Ärmelkanal, eine Grenze zu einer anderen Welt. Die Heimatstadt Düsseldorf rückt auch durch sprachliche und kulturelle Grenzen in die Ferne. Schon immer hegte Sarah Kolvenbach den Traum im englischen Ausland zu leben, die Sprache alltäglich zu sprechen und zu verstehen.

Aufgewachsen ist sie in Bilk und Wersten. Erst fürs Studium ging sie in eine andere Stadt. Nachdem sie in Tübingen ihren Master in Medienwissenschaften absolvierte, bewarb sie sich in London. „Da dachte ich mir, fang einfach mal an“, erzählt die 27-Jährige, denn London ist eine zentrale Medienstadt. Und dann ging alles ganz schnell. Zuerst die Vorstellungsgespräche, die sie innerhalb von einem Tag abklapperte, dann die Zusage.

Innerhalb von wenigen Wochen musste sie umziehen, über den „Tunnel ihr ganzes Zeug hochschaffen“, um in der britischen Hauptstadt als Produzentin bei der Firma „Production“ zu arbeiten.

„London ist mein Traum“

London ist ihr Traum: Die Sprache und das internationale Flair, auch ihre Freunde kommen aus allen Teilen der Welt: England, Deutschland, Spanien, Japan. Die Größe und Wichtigkeit der Stadt: Es ist immer was los, das gefällt ihr am meisten. An jeder Ecke gibt es Pubs, immer kann man etwas unternehmen.

Aber die Heimat vermisst sie dennoch. Das Gefühl eine Stadt wie Düsseldorf richtig zu kennen, Erinnerungen und Familie zu haben – und das Brot! „Englisches Brot würde man bei uns als Toast bezeichnen“, so die 27-Jährige. Für das kulinarische Heimweh gäbe es in der Stadt aber vereinzelte Läden mit deutschen Produkten. Und trinken können die Engländer genauso gut, wie die Deutschen, nur schneller. Obwohl es die Sperrstunde nicht mehr gibt, scheinen die Engländer noch daran gewöhnt zu sein.

Ein Nachteil, der durch einen Vorteil in der Stadt wieder wettgemacht wird: der Linksverkehr! Daran hat sich Sarah noch nicht getraut. Aber das Streckennetz in London sei so gut, da müsste man gar nicht Auto fahren.

Trotzdem... eine gespaltene Seele. Vielleicht ist sie nach dem Leben in einer 5er Wohngemeinschaft auch deswegen mit einer Bekannten aus Deutschland zusammengezogen. In der Wohnung in Eastington teilen Sarah und Heike den selben Hintergrund, können mal Deutsch zusammensprechen. „Das ist schon was“, so Sarah.

Vor einiger Zeit bemerkte die junge Akademikern jedoch, dass ihr Job doch noch nicht das Wahre ist. Jetzt hat sie sich dazu entschlossen, Psychologie zu studieren. Noch ein Vorteil in England, denn dort gibt es keinen strengen Numerus Clausus. „Das ist hier alles ein bisschen einfacher“, so die 27-Jährige. Nur die Finanzierung zwingt sie schnell voranzukommen, gut das ihre Eltern sie noch ein wenig unterstützen.

Wenn sie fertig ist, möchte sie promovieren, in England oder in Deutschland. Obwohl sie beschlossen hat, noch eine Weile in der Stadt zu bleiben, auch in der Zukunft möchte sie weiter im englischsprachigen Raum leben.

Aber was die Zukunft bringt, darüber ist sie sich noch nicht im Klaren, das wird sich schließlich zeigen.

Annabell Gutzmer

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