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Nahverkehr

Die Rheinbahn will mehr für die Alten tun

09.08.2012 | 22:00 Uhr
Die Rheinbahn will mehr für die Alten tun
Die Bahn stellt mehr Leute ein.

In zehn Jahren ist jeder zweite Rheinbahner älter als 50 Jahre. „Als einziges Unternehmen bisher“, versichert Arbeitsdirektor Klaus Klar, stellt die Rheinbahn ihre Personalpolitik nun auf die immer älter werdende Belegschaft um.

Zudem werden in diesem und im nächsten Jahr neue Fahrer eingestellt, um das Angebot vor allem in den Abendstunden zu erweitern, betont Klar.

„Es sind die alten Besen, die die Ecken kennen“, formuliert Klar die inzwischen weit verbreitete Erkenntnis, dass angesichts des Fachkräftemangels die Erfahrung älterer Arbeitnehmer im Unternehmen gehalten werden sollte. Schon jetzt sind von den 1250 Fahrern bei Bahn und Bus nur 324 Angestellte unter 30 Jahre alt, aber 1063 älter als 50 Jahre, rechnet Klar vor. Daher liegt das Durchschnittsalter bereits bei knapp 46 Jahren, in zehn Jahren würde es ohne Neueinstellungen schon 54 Jahre betragen.

„Wir müssen uns also den Kopf zerbrechen, wie Mitarbeiter mit 63 oder 65 Jahren noch arbeiten können“, betont Klar. Das Verkehrsunternehmen hat gemeinsam mit dem Betriebsrat in einer monatelangen Studie und mit Fragebögen für die Mitarbeiter ermittelt, welcher Dienst auf Bus und Bahn während einer Woche normale und welcher eine höhere Belastung für die Fahrer darstellt. Eingeteilt in drei Kategorien sollen die Belastungen künftig möglichst gleichmäßig verteilt werden.

Wenn Mitarbeiter nicht mehr fahren wollen oder aus Gesundheitsgründen nicht mehr dürfen, werden sie durch ein spezielles Weiterbildungsprogramm, das ein bis eineinhalb Jahre dauert, für andere Jobs, etwa in der Verwaltung oder auch in Werkstätten, fit gemacht, erläutert Klar.

Erweitertes Angebot

Da die Fahrgastzahlen steigen, wurden schon im vorigen Jahr 176 neue Fahrer eingestellt, in diesem Jahr sollen es 168 werden. Denn jährlich gehen rund 120 Mitarbeiter in Rente. Die Mehrkosten für das neue Personal von 2,65 Millionen Euro trägt der Aufsichtsrat voll mit, versichert dessen Vorsitzender, CDU-Ratsherr Andreas Hartnigk, da es der Verbesserung der Pünktlichkeit und einem erweiterten Angebot am Abend dienen werde. Auch im kommenden Jahr sollen insgesamt 151 neue Fahrer eingestellt werden.

Jo Achim Geschke



Kommentare
10.08.2012
11:53
Die Rheinbahn will mehr für die Alten tun
von uwezappel | #1

Der Ansatz ist vorbildlich und demonstriert eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung. Ob die Zahl der Einstellungen ausreicht, kann ich als Außenstehender natürlich nicht einschätzen. Bei konsequenter Umsätzun könnte die Initiative für viele Unternehmen ein Beispiel geben.

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