Die Orangerie in der Altstadt – besser als auf den Bermudas

Hotelmanagerin Petra Beckers hat die Düsseldorfer Orangerie einem Hotel auf den Bermudas vorgezogen.
Hotelmanagerin Petra Beckers hat die Düsseldorfer Orangerie einem Hotel auf den Bermudas vorgezogen.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Hotel-Managerin Petra Beckers arbeitete schon im Hilton, im Breidenbacher Hof und auf den Bermudas. Doch in der Orangerie fühlt sie sich zu Hause.

Düsseldorf..  Es gibt sie noch, die stillen Fleckchen der Düsseldorfer Altstadt. Nahe der Rheinuferpromenade, unweit des Trubels rund um Kö und Marktplatz, inmitten des Zitadellenviertels liegt das Hotel Orangerie. Keine Straßenbahn quietscht und kein Auto lärmt. Die Menschen spielen Boule auf einem kleinen, dreieckigen Platz ganz in der Nähe, in den Cafés wird draußen gesessen. Es ist idyllisch.

An dem Ort, an dem 1614 der Bau der ehemaligen Zitadelle begann, die Citadellstraße, die Bäckerstraße und die Bäckergasse errichtet wurden, steht das schöne alte Haus. Eingerahmt vom Spreeschen Palais, der alten Orangerie und der Maxkirche.

Beckers kennt auch die Arbeit eines Zimmermädchens

Seit 18 ½ Jahren gibt es die Orangerie in Düsseldorf und seit 18 Jahren ist Orangerie-Urgestein und Hotelmanagerin Petra Beckers hinter dem Eingang mit den zwei kleinen Buchsbäumen zu finden. „Ich bin zur Orangerie ganz durch Zufall gekommen, wie die Jungfrau zum Kind“, berichtet die Hotel-Managerin. Vorher galt es allerdings einige Stationen zu durchlaufen. Beckers hat schon in allen Bereichen eines Hotels gearbeitet, die vier Stationen Etage, Küche, Empfang und Service kennengelernt. Im Hilton arbeitete sie im Room-Service, im Breidenbacher Hof schaffte sie es bis zur stellvertretenden Empfangschefin. Dann ging’s auf die Bermudas. „Ich habe dort in einem wunderschönen Hotel gearbeitet, aber nach einiger Zeit war klar, dass das einfach nichts für lange Zeit ist. Vielleicht war dort doch alles zu easy“, schmunzelt Beckers.

Die Arbeit eines Zimmermädchens weiß sie nach den vielen Jahren jedenfalls zu schätzen.

„Wer zu uns kommt, kommt nach Hause“

Heute ist sie in der Orangerie nicht mehr wegzudenken und schätzt ihre Arbeit in dem kleinen Hotel. „Hier geht alles sehr familiär und locker zu. Wer zu uns kommt, kommt nach Hause. Dazu gehört auch schon mal, dass wir einem Gast morgens um 3 Uhr einen Tee auf sein Zimmer bringen.“

Die Wege in der Orangerie sind kurz. Wenn ein Gast etwas braucht, spricht er seine Wünsche direkt mit der Rezeption ab ohne wie in den großen Hotelketten an verschiedene Stellen weitergeleitet werden zu müssen. Und auch für etwaige Notfälle sind Petra Beckers und ihr Team gewappnet: „Wir hatten vor einigen Jahren die Großmutter einer Familie zu Gast, die gerade ihr zweites Kind erwartete. Pünktlich als die Wehen einsetzten, stürzte die Dame im Badenzimmer“, berichtete Petra Beckers. Mitarbeiter der Orangerie nahmen sich der Dame an, brachten sie zum Arzt und kümmerten sich.

Enge Bindung zu den Gästen

„Noch heute kommt die Familie immer wieder rein, dann wird über diesen Tag gequatscht, den die Familie und auch wir sicher nie vergessen werden.“ Eine enge Bindung, darauf legt Beckers in ihrem Hotel Wert. Die Gäste sollen sich wohl fühlen, rundum zufrieden. Daher ist auch die Auswahl der Mitarbeiter wichtig. „Wir legen großen Wert darauf, unsere Mitarbeiter über viele Jahre zu behalten. So kennen langjährige Gäste von der Rezeptionsdame bis zum Zimmermädchen jeden im Hotel“, erklärt die Managerin. Unangenehme Gäste hat sie kaum erlebt, eine Geschichte fällt ihr aber doch ein: „Wir hatten anlässlich einer Tagung eine Gruppe von sieben bis acht Leuten im Hotel. Einer von denen sollte am nächsten Tag einen Vortrag halten, hatte sich allerdings dermaßen in der Altstadt abgeschossen, dass er es am nächsten Tag nicht aus dem Bett geschafft hat.“ Auch nach mehrfachen Versuchen scheiterte der Versuch, den Mann doch noch zu seiner Tagung zu bewegen. Beim nächsten Mal war er nicht mehr dabei.

Was deutlich überwiegt, sind die schönen Geschichten, die Beckers im Zitadellenviertel erlebt hat. „Was gibt es Schöneres als einen Gast zu haben, der mir erzählt, dass er schon als Kind hier war, es geliebt hat und nun als Erwachsener zurückgekehrt ist? Genauso stelle ich mir die Philosophie dieses ganz besonderen Hotels vor.“