Die Narren zücken die Taschentücher

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Man bekam fast den Eindruck, dass ein paar der Trauergäste nur dank des stetig umklammerten Altbieres die Fassung bei einem solch traurigem Spektakel behalten konnten.

Im Stadtmuseum stieg am Aschermittwoch die Trauerfeier des Hoppeditz. Die Trauergemeinde fand sich zunächst in den Räumlichkeiten des Museums zu einer ausladenden Totenwache, bei reichlich Altbier und einem letzten Schnaps ein. Die Brauerei Schlösser versorgte die Trauernden mit ausreichend Flüssignahrung während der Zeremonie.

Der Hoppeditz, aufgebahrt, mit einem Glas Düsseldorfer Senf und einer Flasche Altbier im Gürtel, wurde mit einem letzten, leisen ,,Helau’’ verabschiedet. Die Pastorin und treue Trinkkumpanen des Hoppeditz sprachen die Fürbitten und beteuerten immer wieder aufs Neue, wie traurig doch alles sei. Da habe man den Hoppeditz am Veilchendienstag noch fröhlich in der Kneipe gesehen, und dann am nächsten Morgen ist er tot. Unter den Gästen hört man hier und dort leises Munkeln, was dem Hoppeditz wohl in seinen letzten Stunden zugestoßen sein mag. Vom plötzlichem Herzstillstand über einen Treppensturz bis hin zu einer Kölsch-Vergiftung wird alles für möglich gehalten.

Arm in Arm schunkelt die Trauergemeinde zu den Klängen der Karnevalslieder, das Taschentuch stets am feuchten Auge. Gebetet wurde zum Abschluss der Trauerfeier im Stadtmuseum, das Hallelujah in abgewandter Form: „...denn dein ist der Durst, der Rausch und die Seligkeit, Helaulujah!’’

Schluchzend und Kopfschüttelnd erhob sich die Trauergemeinde anschließend und verließ den Saal.

In Tüll und Spitze gekleidet begab sich der Trauerzug um 12.11 Uhr mit dem aufgebahrten Hoppeditz an der Spitze zu einem letzten gemeinsamen Gang auf die Straßen der Altstadt. Der Trauerzug endete im Rosengarten, in dem die Trauerrede vom Sitzungspräsidenten des Düsseldorfer Narrenkollegiums, Dennis Vobis, gehalten wurde.

,,Es ist so traurig“, bildet bei der rührenden Rede den Beginn eines jeden Satzes. Und als das Feuer den Hoppeditz schließlich erfasst, brich die Trauergemeinde in ein herzzerreißendes Schluchzen aus.

Zum Leichenschmaus fand man sich im „Café Ey“ ein, um bei Hering und Drillingskartoffel den schmerzlichen Verlust zu verarbeiten und sich gegenseitig zu trösten.

Die seit langer Zeit eingespielte Trauergemeinde blickt – wahrscheinlich bereits beim Dessert – sehnsuchtsvoll dem 11. November entgegen, wenn das Karnevals-Spektakel von Neuem beginnt.

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