Die Mischung macht’s
03.04.2011 | 17:18 Uhr 2011-04-03T17:18:00+0200
Düsseldorf.Die Besucherzahl der Nacht der Museen? Die ist konstant. 23 000 Gäste meldet der Veranstalter. Also eine stabile Teilnehmerzahl bei einem gestiegen Angebot an Orten und Genres.
Doch selbstverständlich ist ein Schelm, wer in Sachen Kultur Erfolg in Zahlen misst. Sei es im favorisierten Aquazoo, im Benrather Schloss, im K20, im Heine Institut, im Museum Kunstpalast oder der FH auf dem Campus.
Institutionen, die beim Spektakel dabei sein wollen, müssen im Laufe des Abends mit drei Programmpunkten beglücken. Das sind meist Führungen, Performances oder Konzerte. Eine seit Jahren bewährte Mischung.
Mit Esprit begegnen die Clubs der Off-Szene dem Ereignis. Der Salon „damenundherren“ an der Oberbilker Allee buhlt mit einem illustren Namen: Damien Hirst. Buchstabengetreu gelesen verrät der Titel der Veranstaltung den Clou. Der lautet „Damien Hirst angefragt“. Folgerichtig hängt eine freundlich formulierte Anfrage des kleinen Vereins an den provokanten, britischen Künstler an der Wand, angestrahlt von einem Spot. Hirst selbst weilt woanders.
Im Publikum sind dafür viele Stammgäste, die traditionell zwischen der nahe gelegenen „Brause“, der Galerie „Nina sagt“ und dem „Pretty Portal“ pendeln. Aber Kulturdezernent Hans-Georg Lohe ist in der „Brause“ gesichtet worden. „Der war vorher bestimmt noch nie hier“ spekuliert Lukas Hegemann, Vorstandsmitglied beim Zakk.
Mitternacht
im Stadtarchiv
Auch der Kulturverein „WP 8“ am Worringer Platz hinterfragt mit seiner Aktion die Museumsnacht. „Wir wollten nicht in Erscheinung treten“, erklärt Simone Letto das Konzept der „Automatenbar“. Die besteht aus silbrigen Wänden, die Getränkeautomaten symbolisieren, versehen mit Geldschlitz, Ausgabeöffnung und Hinweisen wie „Bei Störung 35 21 83 anrufen“. Dass nach realem Geldeinwurf reale Getränke kommen, liegt daran, dass im Verborgenen die Vereinsmitglieder agieren. „Keiner guckt sich bei ‘der Nacht’ die Sachen richtig an“ sagt Letto. Allerdings, meint sie weiter, ist es schön, dass sich in diesem Rahmen Leute über die Schwelle trauen, die sonst den Verein nicht betreten. Das wird natürlich geschätzt.
Auf großen Zuspruch stößt die Aktion des Stadtarchivs. Das ist zum ersten Mal dabei, führt durch die neuen Räume an der Worringer Straße und lockt mit schauerlichen Mord- und Totschlag-Geschichten. Dort ist zur mitternächtlichen Stunde immer noch großes Besucherinteresse zu sehen. Das polnische Institut an der Citadellstraße hat den gewohnt großen Zuspruch, dank des musikalischen Programms, zu dem ein Kontrabassist mit goldenem Schuhwerk gehört, der Videos und des Bratwurst-Happenings im Innenhof.
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