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Die Kunst des Möbelbauens

12.02.2010 | 16:41 Uhr
Die Kunst des Möbelbauens

Düsseldorf. Bei dieser Minibar fühlt sich jeder Mann wie James Bond und jede Frau wie Emma Peel. Hier wirkt Nussbaum-Wurzelholz einmal nicht wie bei Oma, sondern voll im Trend. Die Türen des Schränkchens bergen Fächer. Das Gebilde steht auf knallgrünen Metallbeinchen.

Der Schweizer Künstler Felix Ersig ist mit seinen Werken bei der Strickdesignerin Tina Miyake eingezogen. An der Ackerstraße sind seine Möbelkreationen die Nachbarn ihrer feinmaschigen Mode. Und die Grenzen fließen. Denn gerne nehmen auch Miyakes Garnteile Platz auf Felix Ersigs Eichenholzbank mit Metallfuß.

Alles wegen der Kunst

Der Basler Felix Ersig kam 1992 wegen der Kunst nach Deutschland. Eigentlich wollte er in Hamburg studieren, aber „die wollten mich da nicht.” Glück für Düsseldorf, denn an der Kunstakademie lud ihn sein Landsmann Professor Franz Eggenschwiler zu einem Gastjahr ein. Im Anschluss studierte er bis 1999 bei Professor Jannis Kounellis. Und blieb am Rhein. Der 43-Jährige fühlt sich wohl hier. „Schlussendlich sind es die Leute, die um einen herum sind, die einen Ort ausmachen.”

Kunst fabriziert Felix Ersig schon lange nicht mehr. „Sie fehlt mir irgendwie nicht.” Zeitweise musste er sie mit anderen Jobs wie Messebau finanzieren. „Ich hatte irgendwann die Nase voll davon, Sachen nur wegen des Geldes zu machen.” Möbel hat er ohnehin immer gebaut, aus Interesse an Architektur und Design. Auch gefällt ihm gegenüber der Kunst, dass er jetzt etwas macht, was man benutzen kann.

Seine Auftraggeber sind meist Privatleute. „Aber ich habe nie das Gefühl, dass ich baue, was die anderen wollen. Sie lassen mir viel Freiheit.” Der Umgang mit Materialien, den er als Student lernte, hilft ihm heute bei der Arbeit. Altmodischen Elementen, wie geblümtem Schrankpapier und schnörkeligen Zierhölzern verhilft der Designkünstler im neuen Kontext zu echter Klasse.

Felix Ersig mag Möbel aus den 1950er und 60er Jahren. „Die sind so leicht und fein.” Vor allem die Klassiker haben es ihm angetan. Designer, die ihn prägten, mag er jedoch nicht nennen. „Das klingt so abgedroschen. Es beeinflusst einen ja auch, was man ganz schlimm findet.” So ist ihm, was in den 70er Jahren entstand, zu schwülstig und rund.

Der Schweizer schafft schmucken Stauraum, der scheinbar keinen Platz einnimmt. Da ist beispielsweise der Glasschrank, der hoch über allem schwebt. Den Hintergrund bildet geblümtes Schubladenpapier aus Italien. Für die glänzenden Medizinschränkchen mit den Gummitürstopper-Griffen hat Ersig gerade auf der Kölner Möbelmesse einen Abnehmer gefunden. Und sein Sideboard aus Parkettholz mit den voluminösen Schubladen ist so schön, dass man dafür immer eine Wand findet. Derzeit präsentiert Felix Ersig außerdem zwei Lampen auf je drei Beinen. Diese skulpturalen, stilvollen Leuchten stammen von den Stuttgarter Kollegen „maigrau”.

FED Felix Ersig Design, Ackerstraße 39. Öffnungszeiten: mittwochs bis freitags elf bis 19 und samstags elf bis 16 Uhr.

Katja Pelzer

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