Die Kröten wandern wieder

Gerresheim..  Bei Temperaturen von rund acht Grad Celsius suchen die meisten Amphibien ihre Laichgewässer auf. Mit Beginn der Krötenwanderung sind derzeit der Dernbuschweg in Gerresheim komplett und der Bauenhäuser Weg zwischen Bauenhaus und Gut Wolfsaap abends ab 19 Uhr bis zum darauf folgenden Morgen um 7 Uhr gesperrt. Durch die Sperrung sollen allzu große Verluste unter den Tieren vermieden werden. Die Sperrung in den Nächten läuft noch bis mindestens Ende der Woche.

Durch die Temperaturschwankungen und die immer wieder auftretenden Nachtfröste wurde die einsetzende Amphibienwanderung immer wieder unterbrochen. Doch nun zeigen die Zahlen, der an den Schutzzäunen eingesammelten Kröten, dass die Wanderung zu den Laichgewässern begonnen hat.

Hintergrund ist, dass die heimischen Kröten, Frosch- und Molcharten zum Laichen immer die gleichen Gewässer aufsuchen nämlich die, in denen sie aufgewachsen sind. Die zu den Laichplätzen strebenden Tiere benutzen dabei traditionelle Wanderwege. Sie sind besonders in den Dämmerungs und Nachtstunden stark frequentiert. Die Sicherung dieser Laichwanderwege ist eine wesentliche Aufgabe des Amphibienschutzes. Bis zu 10 000 Amphibien queren die gesperrten Straßen. Nicht an allen Stellen können diese Wanderwege durch Sperrungen gesichert werden. Wo eine Straßensperrung nicht möglich ist, werden deshalb von der Landschaftspflegestation Hexhof mit Helfern des Bundes-freiwilligendienstes Amphibienschutzzäune errichtet. Entlang der grünen, kniehohen Zäune sind alle 10 Meter Fangeimer im Boden eingelassen, die mehrmals täglich kontrolliert werden. Die so eingefangenen Amphibien werden von den Helfern sicher auf der gegenüberliegenden Straßenseite abgesetzt, damit sie ihre Wanderung fortsetzen können. Allein an den Fangzäunen Am Bauenhaus im Bereich Aaper Wald, konnten jährlich bis zu 5000 Amphibien – davon ein Großteil Erdkröten – gerettet werden.

In diesem Jahr wurde erstmals auch in Himmelgeist am Kölner Weg ein Fangzaun aufgebaut (die NRZ berichtete). Die Betreuung übernehmen ehrenamtliche Helfer aus der Nachbarschaft, die von den Mitarbeitern der Landschaftspflege-station unterwiesen wurden.

Die Mitarbeiter der Unteren Landschaftsbehörde beim Gartenamt der Stadt bitten die Bevölkerung bei ihren Spaziergängen in Wald und Flur laichende Tiere nicht zu fangen. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es, wildlebende Tiere mutwillig zu beunruhigen, sie ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder gar zu töten. Diese Ordnungswidrigkeiten können mit Geldbußen geahndet werden.

Mehr Infos zum Thema gibt es bei der Landschaftspflegestation Hexhof: 28 57 21 oder 210 30 76.