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Die kritischen Geister von Hamm

05.09.2010 | 21:02 Uhr
Die kritischen Geister von Hamm

Düsseldorf. Was bewegt die Menschen im beschaulichen Hamm? Beim Schützenfest sieht man es: In den einzigartig beleuchteten Wagkn („Fackeln“) wird alles durch den Kakao gezogen.

Zum Beispiel: die geplanten Wohnungen auf dem alten Bunker. „Das geht doch völlig an der Realität vorbei“, meint Heinz Baumgartner, zweiter Schriftführer der St. Sebastianus Schützenbruderschaft: „Mit diesem alten Ding kann man nichts mehr anfangen.“ Wer herausfinden will, worüber die Hammer diskutieren, was sie ärgert und worüber sie lachen, der besucht am besten den Fackelzug der Schützen. Rund 1000 Menschen, darunter die 454 St. Sebastianer, neun Musik-, zehn Tambour- und drei Fanfarenzüge liefen am Samstagabend durch den Stadtteil.

Neuer Termin zugeteilt

Ein Streitthema: die Zusammenlegung der Gemeinden Hamm, Flehe, Volmerswerth und Bilk zu einem Seelsorgebereich. Ein Problem: Das Fest des heiligen St. Sebastianus, Schutzpatron der Schützen, das eigentlich in jeder Gemeinde am dritten Sonntag im Januar gefeiert wird, muss im kommenden Jahr in einigen Stadtteilen verschoben werden. So wurde etwa den Hammern der zweite Sonntag im Januar zugeteilt. Mit Nebelschwaden und beweglichen Figuren auf dem Wagen thematisierte die Liederkranz Kompanie die Verlegung des Festes und gewann so die Wahl zur besten Fackel am Abend.

Auch Regimentskönig Manfred Meuer kam nicht ungeschoren davon: Er hatte im letzten Jahr drei Schüsse gebraucht, um König zu werden. „Das ist ganz schön viel, die anderen trafen meistens bei ersten Mal“, erklären Freddy Hilden und Markus Küpper von der Kompanie Heimattreue Hammer. Mangels Konkurrenz habe der Major einfach zwei Versuche als Probeschüsse erlaubt. Das Oberhaupt nahm die Fackeln mit Sprüchen wie „Manni, wir haben gedacht, wir schießen die ganze Nacht“ humorvoll. Sein Nachfolger wird heute um 19 Uhr ermittelt und auf dem Krönungsball am Dienstag ab 20 Uhr gefeiert.

Das Fest in Holthausen

Zum 85. Mal luden die St. Sebastianer in Holthausen am Wochenende zum Schützen- und Volksfest mit Kirmes ein. Den Auftakt der Feierlichkeiten machten die Jungschützen auf dem Festplatz an der Kölner Landstraße am Freitagabend mit einem Bürger-Abend. Hunderte Schaulustige säumten am Sonntag die Straßen im Stadtteil als der Festumzug der Schützen startete. Mit dabei waren natürlich das noch amtierende Regimentskönigpaar Achim und Petra Brechter. Deren Nachfolger werden heute ab 10 Uhr beim Königsschießen an der Kölner Landstraße 345a ermittelt. Um 16 Uhr beginnt auf dem Festplatz der Klompenball mit der „Roland Brüggen Band“. Den alljährlichen „Ball der Könige“ feiern die Holthausener Schützen am morgigen Dienstag ab 19 Uhr. Dort werden dann unter anderem alle neuen Oberhäupter der St. Sebastianer vorgestellt.

Pirkko Gohlke

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