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Wahlen

Die Kleinen sind die Größten

29.09.2009 | 05:00 Uhr

Düsseldorf. Die großen Parteien machten Verluste, die Wähler strebten stadtweit zu Grünen, Linken und FDP. Die Bundestagswahl zeigte einen historischen Einschnitt: Den beginnenden Abschied vom Bild der zwei großen Volksparteien, ein Trend, der bereits in Nachbarstaaten Realität ist.

Denn vor allem die kleineren Parteien, FDP, Grüne und Linke, gewannen Stimmen, während die CDU leicht an Wählern verlor und die SPD sogar auf einen historischen Tiefstand rutschte. Deutliches Zeichen der Veränderung in der politischen Landschaft: Die FDP hat in 19 Stadtteilen mehr Stimmen als die SPD. Und obwohl es rund 5000 Wahlberechtigte mehr gibt als vor vier Jahren, war die Wahlbeteiligung (71,1 Prozent) noch nie so niedrig.

Wahlbeteiligung von 30 bis 87 Prozent

Die Zahl der Zweitstimmen sank sogar um 21 479. Die geringste Wahlbeteiligung verzeichneten Flingern Süd (57,5%), sowie Garath (57,7%), Reisholz und Lierenfeld (rund 59 %). Die meisten Wähler gingen in Kalkum (87,4 %), Himmelgeist (85 %), Angermund und Niederkassel (rund 84%) zur Urne.

Die CDU bekam zwar in 38 von 48 Stadtteilen die meisten Stimmen, verlor im Vergleich zu 2005 aber rund 12 700 Wähler. Nur in Unterrath, Eller und Derendorf kann sie leicht hinzugewinnen (0,4 bis 0,2%). CDU-Hochburgen sind Himmelgeist, Kalkum, und Hamm mit jeweils über 45 Prozent. Die höchsten Verluste erfährt die CDU in Niederkassel (minus 7,7%), dort gewinnt die FDP (plus 8,8%), an die die CDU insgesamt die meisten Stimmen abgibt. Die schlechtesten Ergebnisse bekommt die CDU in Flingern Süd (mit 19,1%), Friedrichstadt (23,9 %), und Oberbilk (24%).

Die SPD konnte ihre Wähler nicht mobilisieren: Sie verliert vor allem in den Stadtteilen, in denen die Wahlbeteiligung sank, an die Linken und die Grünen. Die größten Verluste hat sie in Reisholz (minus 16,7%) und in Flingern Süd (minus 14,8 %), Hochburgen bleiben Vennhausen (33%), Lierenfeld (32,8%) und Lichtenbroich (31,8 %).

Die FDP gewann bei den Zweitstimmen 13 000 hinzu - plus 5,4 Punkte. Die besten Ergebnisse verzeichnen die Liberalen in Niederkassel (30,7%, plus 8,8), die CDU verliert dort 7,7 und die SPD 6 Prozentpunkte. Weitere Hochburgen sind Oberkassel (28%) und Carlstadt (27,5 %).

Auch die Grünen bekommen 6745 neue Stimmen. Sie gewinnen vor allem dort, wo die SPD ihre stärksten Verluste einfährt und erzielen in 29 Vierteln zweistellige Ergebnisse. Das beste erreichen sie in Friedrichstadt (20,6 Prozent), Flingern-Nord (18,9 %) und Unterbilk (18,1 %), Grüner Tiefpunkt sind Himmelgeist (8,2 %) und Garath (7,2 %)

Von sinkender Wahlbeteiligung profitiert die Linke, die in Stadtteilen mit der geringsten Wahlbeteiligung zulegt - rund 8500 neue Wähler. Hochburgen sind Flingern Süd (17,7%), Reisholz und Lierenfeld (14,2 bzw. 13,8%). In elf Stadtteilen liegen die Linken über zehn Prozent.

Jo Achim Geschke

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