Die Kirche im Dorf lassen

Die Kirche St. Cäcilia wurde 1901
Die Kirche St. Cäcilia wurde 1901
Foto: Dirk Neubauer
Was wir bereits wissen
Etwa jeder Dritte Benrather gehört der katholische Gemeinde St. Cäcilia an. Sie ist ein Wallfahrtsort.

Düsseldorf.. Zentral am Benrather Marktplatz liegt der rote Backsteinbau der katholischen Kirche St. Cäcilia. Momentan blühen vor dem Pfarrhaus die großen Magnolienbäume in voller Pracht. Es schlägt Zwölf. Die breiten Stufen des Hauptportals laden in der Frühlingssonne ein, Platz zu nehmen und ein wenig das Treiben im „Dorf“ zu betrachten. Immer wieder gehen Menschen durch den Nebeneingang in die Kirche.

Die Schwarze Mutter Gottes

Ihr Ziel ist die kleine Kapelle gleich neben dem östlichen Eingang. Dort steht das „Gnadenbild der Schwarzen Muttergottes von Benrath“, das durch Pfalzgraf Philipp Wilhelm und seine Frau Mitte des 17. Jahrhunderts als Kopie der Marienstatue von Einsiedeln in der Schweiz nach Benrath kam. Maria hält den Königinnenstab in der Hand und trägt einen kostbaren Mantel. Auf ihrem Arm hält sie das Jesuskind, beide haben eine Krone auf dem Kopf. Zahlreiche Opferlichter und Blumen zeigen, wie viele Gläubige bei der rußgeschwärzten Maria verweilen, um still zu beten oder zu bitten. Zu Ehren der Gottesmutter wird die Statue in jedem Jahr am zweiten Sonntag im Oktober mit einer feierlichen Lichter-Prozession von der Pfarrkirche zum Schloss, um den Spiegelweiher und wieder zurück zu St. Cäcilia getragen. Zu diesem Abschluss der Wallfahrtswoche kommen jeweils mehrere Hundert Gläubige.

Die heutige Kirche St. Cäcilia wurde ab 1901 im neugotischen Stil auf den Grundsteinen einer älteren Kirche erbaut. Über das Alter des ursprünglichen Gotteshauses gibt es keine eindeutigen Angaben. Als Gründungsdatum ist das Jahr 1005 überliefert, worauf die Buchstaben MV vor der Kirche hinweisen. Sie wurden aus einer Inschrift eines Steines gedeutet, der beim Abriss der romanischen Kirche im Jahr 1822 gefunden wurde.

Im Inneren des Gotteshauses befinden sich Kunstgegenstände aus den verschiedenen Jahrhunderten und Stilrichtungen. An den Seitenwänden des Hauptschiffes ist ein Kreuzweg angebracht. Gleich neben der Sakristei befindet sich ein kleiner Altar mit der Figur der heiligen Cäcilia. Sie hält eine kleine Orgel in den Händen, da sie die Schutzheilige der Musik und des Kirchengesangs ist.

Auf der Empore der Kirche gibt es eine 1908 von der Düsseldorfer Firma Fabritius erbaute Orgel. Von dem ursprünglichen Instrument gibt es heute noch das neugotische Gehäuse und etwa 40 Prozent aller Pfeifen. Als Kantor ist Ulrich Karg für die Musik in der Gemeinde verantwortlich. Der Kirchenchor von Cäcilia besteht seit mehr als hundert Jahren. Immer wieder gibt es klangvolle Konzerte, zu denen nicht nur die Gemeindemitglieder gerne kommen.

Sparmaßnahmen im Bistum

Die katholische Gemeinde gehört zum Erzbistum Köln. Im Zuge der Sparmaßnahmen des Bistums wurden St. Cäcilia Benrath und Herz Jesu Urdenbach im Jahr 2005 zu einem Kirchengemeindeverband zusammengelegt. Monsignore Thomas Vollmer ist Pfarrer des Gemeindeverbandes. Als echter Düsseldorfer Jung lässt Vollmer es sich nicht nehmen, einmal im Jahr für die Gemeinde eine „Mess op Platt“ in Düsseldorfer Mundart zu halten.

Zum Pastoralteam gehören Kaplan Matthäus Hilus, Pfarrer Erich Kirsch, die Subsidiare Willi Steinfort und Heinz Vogel, die Diakone Thomas Speckamp und Hermann-Josef Jung und die Gemeindereferentin Annemarie Kricheldorf.

Mit Stand 31. Dezember 2014 gehörten 5657 Mitglieder zur Benrather Gemeinde mit rund 16 000 Einwohnern. Zahlreiche Gruppierungen bereichern das Gemeindeleben. Dazu gehört als größte Gruppe die Schützenbruderschaft St. Cäcilia Benrath, die bereits seit Mitte des 16. Jahrhundert existiert.

Drei Kindergärten und zwei Grundschulen in Benrath stehen unter katholischer Trägerschaft. Für die Kinder in den Einrichtungen gibt es regelmäßige Gottesdienste in St. Cäcilia und auch die Feste im Kirchenjahr werden gemeinsam gefeiert.

Groß und Klein treffen sich traditionell im Sommer am Sonntag nach dem 15. August, dem Fest Maria Himmelfahrt, zu einer besonderen Messe unter freiem Himmel im Schlosspark. Dabei segnet der Pfarrer Kräutersträuße, die nach altem Brauch zu Hause aufgehängt werden, um das Heim vor Krankheit und Katastrophen zu schützen.

Am kommenden Sonntag künden die gelb-weißen Fahnen vor der Cäcilia Kirche von einem ganz besonderen Feiertag für Katholiken. 31 Jungen und Mädchen werden das Fest ihrer Erstkommunion mit ihren Familien und der Gemeinde feiern.