Die goldenen Urkunden

Traditionell zum Ende eines Semesters ehrt die Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in einer Feier die Promovierten des Wintersemesters 2014/15. Weitere 48 Absolventen, die vor genau 50 Jahren, im Gründungsjahr der heutigen Heinrich-Heine-Universität, ihre Promotion an der Medizinischen Akademie erwarben, erhalten ihre „goldenen“ Promotionsurkunden.

Dekan Prof. Dr. Joachim Windolf und die Prodekane der Medizinischen Fakultät übergeben am heutigen Freitag insgesamt 64 Promotionsurkunden an 60 Absolventen der Humanmedizin und vier der Zahnmedizin.

Zum ersten Mal spricht die neue Rektorin der Heinrich-Heine-Universität, Prof. Dr. Anja Steinbeck, das Grußwort der Universität an die frisch gebackenen „doctores“. Vergleicht man die Titel der Doktorarbeiten aus allen Bereichen der Medizin fällt auf, dass es heute kaum noch vergleichende anatomische Betrachtungen gibt, die früher häufige Themen waren.

Paranoische Wahnbildung

Die Onkologie behandelten Medizinstudenten schon vor 50 Jahren in Doktorarbeiten, heute ist es aber ungleich stärker präsent, was der Entwicklung der Krebsforschung geschuldet ist. Die wissenschaftliche Thematik hat sich gegenüber früher häufig auf die molekulare Ebene verlagert, ebenfalls zurückzuführen auf den Fortschritt medizinischer Forschung „Schätze“ gibt es heute wie vor 50 Jahren.

In einer medizinhistorischen Untersuchung wird der Wechsel des Stillverhaltens von Akademikerinnen zwischen 1950 und 1990 betrachtet und vor 50 Jahren klärte ein junger Düsseldorfer Doktorand die Frage, wo die Grenze zwischen Querulantentum und paranoischer Wahnbildung aus forensischer Sicht lag - ebenso aufschlussreich!