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Die alte Laterne steht nicht mehr

26.08.2011 | 08:00 Uhr
Die alte Laterne steht nicht mehr
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Düsseldorf.Jetzt fallen die letzten alten Gaslaternen auf der kleinen Wohnstraße Starenweg in Unterrath und werden durch schlichte, billig wirkende Na-triumdampf-Elektroleuchten ersetzt.

Ein schöner Anblick sind diese neuen Lampen nicht. Sechs alte Gaslaternen wurden in den letzten Tagen demontiert und verschrottet. In der „Vogelsiedlung“ südlich der Eckener Straße sind seit 2009 weit über 30 Gasleuchten entfernt worden.

Alte Entscheidung

Die Initiative „Pro Gaslicht“, die sich für den Erhalt der über 16 000 Düsseldorfer Gaslaternen einsetzt, ist empört. Der vom Rat beschlossene „Masterplan Straßenbeleuchtung“ (in den nächsten Jahren sollen insgesamt 1400 Gasleuchten wegkommen) sieht einen Austausch grundsätzlich nur an Hauptverkehrsstraßen und in Industriegebieten vor - nicht in kleinen Wohnstraßen. So ist der Starenweg nicht auf der Straßenliste für die anstehenden Modernisierungen aufgeführt. Und trotzdem müssen dort die alten Laternen endgültig verschwinden.

Die Stadtwerke betonen, dass sie nur das ausführen, wozu die Stadt sie beauftragt hatte. „Und dieser Auftrag wurde bereits 2009 erteilt“, erklärte Sprecher Michael Pützhofen. Da war vom Masterplan noch keine Rede und auch noch nicht vom zeitweiligen Moratorium, von den Gaslaternen die Finger zu lassen.

Die Chefin des städtischen Verkehrsmanagements, An-drea Blome, versteht die ganze Aufregung nicht. Wenn es um „wirtschaftliche Erwägungen“ wie in diesem Fall geht, dann dürfen auch in Wohnvierteln gasbetriebene Leuchten abgeschaltet und durch Elektrolampen ersetzt werden, findet sie. Auf dem Starenweg hätte über kurz oder lang die Gasleitung erneuert werden müssen, berichten die Stadtwerke. Dann lieber abschalten und auf Strom umstellen, argumentiert die Stadt.

„Glatt gebügelt“

Der Verein „Pro Gaslicht“ befürchtet das langsame Aus für Düsseldorfs Gaslaternen-Netz, das seiner Meinung nach als Weltkulturerbe erhalten bleiben sollte. Initiativen-Sprecher Andreas Meßollen kritisiert den jüngsten Laternen-Abriss scharf: „Hier werden Wohnviertel glatt gebügelt. So verliert Düsseldorf Stück für Stück sein Gesicht.“

Michael Mücke

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