Deutsch lernen: elementar wichtig!

Iwona Juras bringt ihren Kursteilnehmern die Grundlagen der Deutschen Sprache bei.
Iwona Juras bringt ihren Kursteilnehmern die Grundlagen der Deutschen Sprache bei.
Was wir bereits wissen
Das Familienzentrum in Düsseldorf ermöglicht Sprachkurse für Flüchtlinge. Dank einer Finanzspritze vom Familienzentrum NRW kann das seit 2013 bestehende Kursangebot jetzt nach Bedarf ausgebaut werden.

Düsseldorf..  „Flüchtlinge wollen nicht nur gehört, sondern auch verstanden werde.“, sagt Sprachlehrerin Iwona Juras. „Sich verständigen zu können ist die wichtigste Grundlage, um sich im Alltag nicht zurückziehen zu müssen.“ Juras leitet Deutschkurse für Flüchtlinge. Vor allem für Menschen, die gerade erst nach Deutschland gekommen sind und kaum ein Wort Deutsch verstehen. Ermöglicht werden sie von der Evangelischen Familienbildung. Dank einer Finanzspritze vom Familienzentrum Nordrhein-Westfalen kann das seit 2013 bestehende Kursangebot jetzt nach Bedarf ausgebaut werden.

„Mit unserem Angebot schließen wir eine große Lücke im System“, sagt Pfarrerin Cornelia Oßwald von der evangelischen Kirchengemeinde Gerresheim. Offizielle Sprachkurse würden nur finanziert, wenn der Status der Flüchtlinge geklärt ist, also die Menschen eine Aufenthaltsgenehmigung haben. „Ein solches Verfahren dauert oft deutlich länger als ein Jahr. Zeit, in der jemand, der kein Deutsch spricht, kaum zum Arzt gehen oder sich Brötchen beim Bäcker kaufen kann“, so Oßwald.

Niemand muss abwarten, bis ein neuer Kurs beginnt

Der Weg in die Kurse solle so einfach wie möglich sein und niemanden ausschließen, sagt Oßwald. „Die meisten Neuankömmlinge, die im Gerresheimer Flüchtlingsheim an der Heyerstraße untergebracht sind, kommen früher oder später in unsere ökumenische Caritas-Diakonie-Sprechstunde“, sagt die Pfarrerin, „Wir nehmen sie dann direkt an die Hand und zeigen ihnen das Angebot.“ Ein zehnwöchiger Kurs kostet die Flüchtlinge zehn Euro und ist damit erschwinglich. „Die Menschen müssen nicht warten, bis das Amt die Anträge bearbeitet hat. Sie können direkt anfangen.“

Das meint die Pfarrerin wörtlich: „Niemand muss das Trimester abwarten, bis ein neuer Kurs beginnt. Jederzeit ist ein Einstieg möglich.“ Auch Frauen mit Kindern können teilnehmen, direkt nebenan betreut Helga Germeshausen mitgebrachte Kinder in jedem Alter und übt mit ihnen Sprachgrundlagen: „Die Kinder lernen meist sehr schnell. Auch zweijährige Jungen und Mädchen kennen nach einer Stunde die Bedeutungen von leichten Wörtern wie ,Hund’ oder ,Katze’“.

Iwona Juras betreut zurzeit zwei Kurse mit insgesamt etwa zwölf Teilnehmern. „Die Zahl variiert“, sagt sie: „Viele kommen auch unregelmäßig.“ Dank der Bewilligung von maximal 20 000 Euro des Familienzentrum NRW können jetzt nach Bedarf auch weitere Lehrkräfte eingestellt und mehr Teilnehmer versorgt werden. Damit sei man für einen Flüchtlingsansturm gewappnet.

Wichtig sei es, dass die Menschen keine Angst vor Begegnungen haben müssen. „Sie sollen wissen: Ich kann das verstehen. Ich kann die Leute bitten, einen Satz langsamer zu wiederholen. Ich kann Menschen um Hilfe bitten“, so Juras. Deswegen sind Sätze wie „Wie heißen Sie?“, „Wo finde ich das Amt/ die Bushaltestelle?“ und „Können Sie das noch mal wiederholen?“ das Erste, was ihre Kursteilnehmer lernen.