Deshalb kippt die Düsseldorfer Rheinkirmes das Ponyreiten

Das Ponyreiten ist auf Jahrmärkten auf dem Rückzug. Tierschützer machen Druck auf die Veranstalter.
Das Ponyreiten ist auf Jahrmärkten auf dem Rückzug. Tierschützer machen Druck auf die Veranstalter.
Foto: Jens Stubbe / Westfalenpost
Was wir bereits wissen
Dieses Jahr gibt es kein Ponyreiten auf der Düsseldorfer Rheinkirmes. Laut Veranstalter hat die Absage nichts mit Protesten von Tierschützern zu tun.

Essen/Düsseldorf.. Das Ponyreiten auf der Düsseldorfer Rhein-Kirmes (17. bis 26. Juli) fällt in diesem Jahr aus. Das habe aber nichts mit Protesten von Tierschützern zu tun, sagt Thomas König, Geschäftsführer der St. Sebastianus Veranstaltungs GmbH, die den Jahrmarkt an der Rheinbahn organisiert.

Zuvor hatte die Rheinische Post einen "Kirmessprecher" aus dem Umfeld der St. Sebastianus-Schützen zitiert. Er sagte, die Besucher würden das Ponyreiten aus Tierschutzgründen nicht mehr akzeptieren. "Wir wechseln die Geschäftssparten jedes Jahr durch, um für Abwechslung zu sorgen. Und diesmal war auch das Ponyreiten betroffen", sagt Thomas König nun. Er betont, dass das Veterinäramt der Stadt nach intensiven Kontrollen im vergangenen Jahr an dem Ponyreit-Karussell nichts zu beanstanden hatte.

König bestätigt, dass es im vergangenen Jahr zu Protesten von Tierschützern vor dem Ponyreitstall gekommen sei. "Es gab eine angemeldete Demonstration. Die Aktivisten haben auch Besucher der Kirmes aktiv angesprochen und Fotos von gequälten Tieren herumgezeigt." Die Demonstration sei seiner Kenntnis nach ruhig verlaufen.

Ponyreiten ist auf dem Rückzug

Zudem gibt es eine Online-Petition auf der Internetplattform change.org, die den Kirmesveranstalter und den Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel auffordert, das Ponyreiten auf der Kirmes zu verbieten. "Die kleinen Vierbeiner laufen unermüdlich Runde um Runde, durch meist zu kurz eingestellte Ausbinder wird ihre Bewegungsfreiheit zusätzlich eingeschränkt", heißt es in der Petition. Rund 10.000 Menschen haben den Aufruf unterzeichnet.

[kein Linktext vorhanden] Ponyreiten auf Jahrmärkten ist allgemein auf dem Rückzug. Für den Veranstalter der Saarner Kirmes passen Jahrmarktrummel und Ponys nicht zusammen. "Wir machen das nicht, weil wir glauben, dass es den Tieren dabei nicht so gut geht", heißt es dort. Die Fronleichnamskirmes in Oberhausen-Sterkrade verzichtete in diesem Jahr auf einen Ponyreitstall. Auch hier hatte es eine Petition auf Facebook gegeben, die das Ponyreiten verhindern sollte. Auf der Cranger Kirmes gebe es schon seit über 16 Jahren kein Ponyreiten mehr, sagt Kirmes-Sprecher Timo Krupp.

Ponyreiten auf Beeker Kirmes auf dem Prüfstand

Die Beecker Kirmes in Duisburg hingegen plant auch in diesem Jahr wieder mit einem Ponyreitstall, sagt Peter Joppa, Geschäftsführer der FrischeKontor Duisburg GmbH, die die Kirmes organisiert. "Hier gibt es das Ponyreiten schon seit 30 Jahren." Das städtische Veterinäramt untersuche vor und während der Veranstaltung die Rahmenbedingungen und Haltung der Tiere. Dass es Proteste gebe, sei ihm bekannt, so Joppa. "Wir prüfen, ob diese gerechtfertigt sind und treffen dann eine Entscheidung."