„Der Sieg hat mich total gepusht“

Bei „Jugend forscht“ arbeitete die damals 19-jährige Sonja Rauner an einem Projekt aus dem Fachgebiet Mathematik und Informatik.
Bei „Jugend forscht“ arbeitete die damals 19-jährige Sonja Rauner an einem Projekt aus dem Fachgebiet Mathematik und Informatik.
Foto: Jugend forscht
Was wir bereits wissen
Seit 50 Jahren gibt es den Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“. Sonja Rauner gewann ihn 1996. Heute ist sie Führungskraft einer internationalen Geschäftsbank in Düsseldorf.

Düsseldorf..  Der Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“ feiert in diesem Jahr goldenes Jubiläum. Seit seiner Gründung 1965 war es Ziel des Wettstreits, Talente zu fördern. Ein Beispiel dafür, dass dies tatsächlich gelingen kann, ist Sonja Rauner. Die 38-Jährige ist „Jugend-forscht“-Bundessiegerin des Jahres 1996 im Fachgebiet Mathematik/Informatik und heute Direktorin bei der Bank HSBC Trinkaus & Burkhardt AG in Düsseldorf.

Es gibt keine Schwierigkeiten, nur Herausforderungen – dieses Motto kennzeichnet das Arbeitsethos von Sonja Rauner schon bei Jugend forscht. Ganze zwei Jahre lang forscht die Schülerin vom Steinbart-Gymnasium in Duisburg an ihrem Jugend forscht Projekt „Über eine spezielle Klasse rekursiv definierter Doppelfolgen“. 1996 präsentiert die damals 19-Jährige ihre Forschungsergebnisse dann im Fachgebiet Mathematik/Informatik. Sie ist auf Regional- und Landesebene erfolgreich und krönt gleich ihre erste Teilnahme an Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb mit dem Bundessieg. An diese aufregende Zeit erinnert sie sich noch heute gerne, vor allem an die Begeisterung der Jungforscher und an den Austausch mit den Juroren. Nur auf die Schlagzeile einer bekannten deutschen Tageszeitung hätte sie damals verzichten können: „Na bitte: Blondine vorn bei Jugend forscht!“

Der Bundessieg habe sie „total gepusht“, sagt Rauner. Und darüber hinaus habe sie durch die Arbeit an ihrem Projekt erst gemerkt, „wie viel Kreativität die Beschäftigung mit einer mathematischen Fragestellung erfordert“. Beides motiviert sie dazu, an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn Mathematik zu studieren. 2005 wird Sonja Rauner dort mit einer Arbeit im Bereich der angewandten Mathematik promoviert. Doch beruflich will sie im Anschluss lieber Managementaufgaben übernehmen statt hochspezialisierte mathematische Probleme zu lösen. Das Angebot, bei HSBC als Business Analystin einzusteigen, kommt daher zum richtigen Zeitpunkt.

Mit ihrer Begabung für logisches Denken und ihrer Fähigkeit, komplizierte Prozesse zu durchschauen, macht sie schnell Karriere. 2008 steigt sie zur Abteilungsleiterin auf, wird 2009 Prokuristin, zwei Jahre später Abteilungsdirektorin und nach weiteren drei Jahren Direktorin. Seit 2012 ist sie als Leiterin der Bereiche „Supplied Services“ und „Payments Operations“ unter anderem für die Abwicklung der Zahlungen verantwortlich und in dieser Funktion Vorgesetzte von insgesamt rund 100 Mitarbeitern.

Durchhaltevermögen gelernt

Auch auf die Arbeit als Führungskraft fühle sie sich dank „Jugend forscht“ gut vorbereitet: „Die Entwicklung kreativer Lösungen, eine strukturierte Arbeitsweise und die konsequente Verfolgung eines Themas waren bei Jugend forscht und sind auch in meiner aktuellen Tätigkeit immens wichtig.“

Und noch etwas hat Rauner aus ihrer Zeit beim Wettbewerb mitgenommen: Das Coaching und die Weiterbildung von Mitarbeitern liegen ihr heute besonders am Herzen.