Der renommierte Cellist Thomas Beckmann spielt für den Papst
31.07.2012 | 16:35 Uhr 2012-07-31T16:35:00+0200
Düsseldorf. Vor solch einem Publikum spielt man nicht jeden Tag: Der bekannte Düsseldorfer Cellist und bekennende Katholik Thomas Beckmann tritt im August in Italien vor Papst Benedikt XVI. und dessen Bruder auf. Seine schwer kranke Frau Kayoko will ihn am Klavier begleiten.
Welch eine Hommage: „Beckmanns Gesang auf dem Cello ist von unvergleichlicher Schönheit. Sein warmer Ton ist zutiefst berührend. Er bewegt sich auf dem Instrument mit faszinierender Geschmeidigkeit und hat eine neue, sehr eigene Art gefunden, das Cello zu spielen.“
„Er bahnt unserem Instrument den Weg in die Zukunft.“ Das sagt der Jahrhundertcellist Pierre Fournier über seinen Lieblingsschüler Thomas Beckmann. Der Düsseldorfer Cellist spielt am Samstag, 11. August, im Innenhof von Castel Gandolfo für Papst Benedikt XVI. und seinen Bruder Georg Ratzinger, den früheren Regensburger Domkapellmeister. Dazu singt das Regensburger Vokalensemble Cantico geistliche Werke deutscher Romantiker.
Das Konzert findet in exklusivem Rahmen statt, vor nur 150 handverlesenen Gästen. „Die Begegnung mit dem Heiligen Vater bei dieser musikalischen Stunde erfüllt uns mit großer Dankbarkeit. Daraus werden wir neue Kraft für unser Engagement für Menschen in Not schöpfen“, sagt Beckmann. Der Star-Cellist ist bekennender Katholik und war früher Ministrant. „Ohne die Kirche wäre die Welt ärmer“, ist er überzeugt. Die Kirche sei immer auch eine dienende gewesen und erhebe weltweit ihre Stimme gegen Armut, Ausgrenzung und Ausbeutung. Musik sei dafür eine Sprache, die in der ganzen Welt verstanden werde.
Sonate in Dur
Nach langer Zeit der Krankheit wird für das Papstkonzert Beckmanns schwer kranke Frau Kayoko aus Japan nach Europa zurückkommen. Die Pianistin begleitet ihren Mann bei Beethovens A-Dur-Sonate auf dem Konzertflügel. „Wir schenken Musik und werden dadurch selber beschenkt“, so Beckmann.
Das Künstler-Ehepaar Thomas Beckmann und Kayoko, japanische Pianistin und Schumann-Expertin, wurde unter anderem mit dem „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“, dem „Europäischen Sozialpreis“, dem „Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland“ und dem „Landesorden NRW“ geehrt.
Thomas Beckmann (55) wurde für sein soziales Engagement im Jahr 2010 mit dem „Bürgerpreis der deutschen Zeitungen“ ausgezeichnet. Die Jury mit rund 50 Chefredakteuren des „Bundesverbandes der deutschen Zeitungsverleger“ ehrte ihn als ersten Preisträger zum „Bürger des Jahres“. Beckmann wurde diese Ehre verliehen, obwohl Kandidaten wie Joachim Gauck, Günther Jauch, Philipp Lahm oder Mesut Özil als Preisträger erwogen wurden.
Yuko Kasahara, die mit Thomas Beckmann während Kayokos Erkrankung spielte, wird beim Konzert auch ein Stück von Ravel begleiten. Viermal gastierte Beckmann bereits in Regensburg, immer auch zugunsten der Caritasarbeit in der Heimat des Papstes. Papstbruder Georg Ratzinger war Schirmherr der Konzerte und zeigte sich tief beeindruckt.
Eine große Freude
Das Konzert in Castel Gandolfo wird deshalb auch in Zusammenarbeit mit dem Diözesan-Caritasverband Regensburg organisiert. Dieser feiert in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen. „Es ist für uns eine große Freude, dass wir dem Heiligen Vater im Jahr seines 85. Geburtstages dieses musikalische Geschenk machen können. Als Regensburger Caritasverband fühlen wir uns dem Papst besonders verbunden. Es ist kein Geheimnis, dass der Papst ein großer Freund der Musik ist“, sagte Diözesan-Caritasdirektor Roland Batz.
Thomas Beckmanns Engagement für Obdachlose ist ebenfalls bekannt . Als Gründer des Vereins „Gemeinsam gegen Kälte e.V.“ unternahm Beckmann bisher seit 1996 bundesweite Benefiztourneen, bei denen er zugunsten obdachloser Menschen in Kirchen und Konzertsälen Deutschlands ohne Gagen auftrat.
Musikalische Botschaft
Der Künstler spielt auf seinen Konzerten das legendäre „Il Mendicante“-Cello aus der goldenen Periode des berühmten Geigenbauers und Stradivari-Schülers G. B. Guadagnini. Das Instrument entfaltet seine orchestrale Klangfülle und sein bis in den letzten Winkel tragendes Pianissimo somit nicht nur als Ausdruck faszinierender musikalischer Virtuosität, sonder auch als ergreifende musikalische Botschaft gegen menschliche Kälte.
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