Der mit den Schatten boxt

Krimiautor Horst Eckert.
Krimiautor Horst Eckert.
Foto: WAZ FotoPool
Horst Eckert veröffentlicht seinen neuen Thriller „Schattenboxer“ über die menschlichen Abgründe. Das Buch erscheint am Freitag.

Düsseldorf..  ,,Die menschlichen Schwächen und Abgründe sind es, die mich faszinieren’’, sagt der Düsseldorfer Autor Horst Eckert über seinen neuen Thriller ,,Schattenboxer’’, der am Freitag, 27. Februar, veröffentlicht wird. In Schattenboxer geht es, wie auch schon in seinem vorherigen Buch ,,Schwarzlicht’’ (erschienen 2013), um Hauptkommissar Vincent Che Vieh. In ,,Schattenboxer’’ kommt Vincent in Kontakt mit dem Geheimdienst und bekommt bei den Mitarbeitern dort zunehmend das Gefühl, ,,dass er mit Schatten boxt’’, erklärt Eckert den Titel seines neuen Thrillers.

Eigene Vergangenheit wird zum Thema

Zu der Handlung des neuen Romans ist schon soviel zu verraten:

Die 15-jährige Pia Ziegler wird Zeugin davon, wie ihr Freund Thabo Götz einen jungen Mann erschießt. Zwei Jahre nach dem Vorfall meldet sich eine weitere Zeugin, die Thabo entlasten könnte, und Pia beginnt, an ihrer eigenen Version der Geschichte zu zweifeln. Eine Bürgerinitiative, in der sich auch die junge Alina Linke engagiert, fordert indes Gerechtigkeit für Thabo Götz. Pia gerät in Verzweiflung und nimmt sich das Leben.

Kurze Zeit nach Pias Beerdigung entdeckt ein Friedhofswärter eine Leiche auf Pias frischem Grab. Es ist Alina Linke, die offenbar tagelang festgehalten und gefoltert wurde.

Kommissar Vincent Che Vieh kommt jetzt ins Spiel. Die linke Szene und der Verfassungsschutz werden in seinen Ermittlungen genau unter die Lupe genommen. Aber auch Vincents eigene Vergangenheit wird immer wieder zum Thema. Die Auseinandersetzung mit seiner Mutter, der bekannten RAF-Terroristin Brigitte Vieh, ist noch nicht abgeschlossen.

Auf die Frage, warum er Vincent erneut zur Serienfigur gemacht hat, entgegnet Eckert: ,,Die Geschichte von Vincent ist einfach noch nicht zu Ende erzählt.’’ Ein drittes Buch zu dem Hauptkommissar ist auch schon in Arbeit, so dass Vincent auch in Zukunft weiter ermitteln wird, verrät der Autor.

In ,,Schattenboxer’’ geht es vor allem darum, warum Menschen eine Tat begehen. Dadurch, dass viele Jahre später der Fall neu aufgewickelt wird, verstricken sich die Betroffenen immer weiter in Lügen und Vertuschung.

,,Es ist sehr wichtig, bei solchen Geschichten ein Höchstmaß an Authentizität walten zu lassen. Ich möchte, dass auch Polizisten und Mediziner meine Bücher lesen können, ohne sich immer wieder an den Kopf fassen zu müssen.’’

Bei seiner Recherchearbeit legt Eckert aufgrund dessen besonderen Wert darauf, die Handlungsorte seiner Krimis im Vorfeld zu besuchen. Grundlegend für den Aufbau einer solch detaillierten und komplexen Geschichte ist ein verlässliches Informantennetz, sagt der Autor.

Das ist auch mit ein Grund, warum Eckert immer wieder Düsseldorf als Schauplatz für seine Bücher wählt. ,,Zum einem lebe ich hier seit 28 Jahren und kenne die Stadt, aber Düsseldorf ist auch so ein toller Schauplatz für Krimis.’’ Die verschiedenen sozialen Milieus, die Konzerne und der Landtag, all das biete viel Spielraum für interessante Geschichten und Inspiration.

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