Der letzte Ringofen in Düsseldorf

Thomas Boller (von links), Peter Henkel, Gaby Schulenberg, Niklaus Fritschi und Peter Schulenberg bei der Eröffnung des historischen Ringofens.
Thomas Boller (von links), Peter Henkel, Gaby Schulenberg, Niklaus Fritschi und Peter Schulenberg bei der Eröffnung des historischen Ringofens.
Foto: Andreas Endermann
Was wir bereits wissen
Der historischer Ringofen in Düseldorf-Ludenberg ist jetzt für Besucher offen. Eine Ausstellung informiert über die Geschichte der Ziegelherstellung.

Düsseldorf. Bürgerschaftlichem Engagement ist es zu verdanken, dass der letzte historische Ringofen in Düsseldorf nicht abgerissen, sondern jetzt für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Eigentlich war geplant, die alte Ziegelei Sassen an der Bergischen Landstraße in Ludenberg für ein neues Wohngebiet niederzureißen. Doch dank des Einsatzes des Vereins Förderkreis Industriepfad Düsseldorf-Gerresheim konnte der Ringofen, in dem noch bis in die 50er Jahre Ziegel für den Häuserbau in Düsseldorf gebrannt werden, renoviert und begehbar gemacht werden.

Im Innern hat der Verein eine Ausstellung organisiert, in der die Besucher die Geschichte der Ziegelherstellung im Ringofen, einst einer von 40 in ganz Düsseldorf war, an anschaulichen Stelen nachlesen können. Dargestellt wird die im 19. Jahrhundert revolutionäre Technik, die damit verbundenen Auswirkungen auf das Umfeld – etwa durch den Tagebau in Gerresheim, wo ein ganzer Berg abgetragen wurde – aber auch das Schicksal der Ziegelarbeiter.

Mit einer Party unter großem Besucherzuspruch wurde die Schau vom Förderkreis eröffnet, unter anderem mit einer Ziegelbäckerei. Beim Fest dabei war auch Professor Nikolaus Fritschi, in Düsseldorf unter anderem bekannt durch den Ausbau der Rheinuferpromenade. Der Städtebau-Experte hatte sich dafür eingesetzt, dass der historische Ringofen als zentraler Punkt in das Neubauviertel integriert wurde.

„Wir wollen mit diesem begehbaren Ringofen keine Unternehmensgeschichte darstellen, sondern einen Teil Düsseldorfer Stadtgeschichte, der bislang noch zu wenig im Blickpunkt steht“, sagt Peter Henkel, der für das Konzept der Ausstellung verantwortlich zeichnet. Die Ziegelherstellung sei ein wesentlicher Bestandteil der Industrialisierung der Stadt gewesen, und die habe Düsseldorf erst groß gemacht. „Sie sehen es bis heute im Stadtbild, etwa an der Johanneskirche oder den Bauten des Düsseldorfer Backstein-Expressionismus“, so Henkel.

Dass das marode Dach des Ringofens, in dem einst in einem Kreislaufprinzip rund um die Uhr produziert wurde, nicht erhalten werden konnte, erwies sich im Nachhinein nach Angaben von Peter Henkel als Glücksfall: „So konnten wir diesen Ringofen als Einzigen seiner Art für einen Rundgang durch das öffnen.“

Noch in diesem Jahr will der Verein den Ringofen von der Firma Hochtief übernehmen. Und diesen noch weiter „in Szene setzen“: „Wir planen unter anderem eine Illumination und regelmäßige Wechselausstellungen“, berichtet Peter Schulenburg vom Vorstand des Vereins.