Der kritische Blick zurück

Bald ist hier der „kritische Blick zurück“ wieder möglich. Nach mehrjähriger Schließung aufgrund umfangreichen Umbaus und Modernisierung wird die 1987 gegründete Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt im Mai dieses Jahres wieder öffnen. Mit moderner Medientechnik ausgestattet und auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Forschung zum Nationalsozialismus, wird das Kulturinstitut dann über eine fast verdreifachte Grundfläche verfügen und erstmals barrierefrei ausgestattet sein.

Kernstücke des neuen Hauses werden die neue Dauerausstellung zum Thema „Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus“ sowie ein großer Anbau im ehemaligen Innenhof sein, in dem die Nach- und Wirkungsgeschichte der NS-Zeit nach 1945 thematisiert wird.

Auf der Zielgerade

„Ich freue mich darauf, dass unser zentrales Dokumentationszentrum zur NS-Vergangenheit demnächst in ganz neuen Räumlichkeiten, als moderner Lern- und Gedenkort, wieder eröffnen kann“, sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel gestern bei einem Rundgang durch die Baustelle. „Den heutigen Anforderungen an ein Museum wird dieses Haus in jeder Hinsicht gerecht. Ich hoffe, dass nun gerade junge Menschen den Weg hierher finden, um sich mit diesem Kapitel unserer Geschichte auseinanderzusetzen.“

Institutsleiter Bastian Fleermann führte den Oberbürgermeister durch die neuen Räumlichkeiten der Gedenkstätte und informierte ihn über den „Endspurt“ der Modernisierung des Instituts. Denn die Baumaßnahme befindet sich auf der Zielgerade: Die Räume sind nahezu fertig ausgestaltet. Der Innenausbau, die Montage der Ausstellungselemente und der Medientechnik sowie die Aufhängung der Raumbeleuchtung erfolgen zwischen Februar und April. Ein pädagogischer Arbeitsraum und die neue Fachbibliothek sind hingegen schon eingezogen und fertig eingerichtet.

Den Opfern gewidmet

Die Gedenkstätte hatte ihre Ausstellungsräume im Frühjahr 2011 geschlossen, weil das gesamte denkmalgeschützte Gebäudeensemble grundlegend saniert werden musste. Während der östliche Teil bis zur Andreaskirche in ein Hotel, „De Medici“, sowie in ein Restaurant ausgebaut wurde, setzten die Umbaumaßnahmen in der Mahn- und Gedenkstätte im Herbst 2013 ein. Die Erweiterungsbauten, die Sanierung mit den Schwerpunkten Brandschutz und Barrierefreiheit sowie die neue Innenausstattung mit ständiger Ausstellung kosten insgesamt rund 3,2 Millionen Euro.

Darin inbegriffen sind die Drittmittel, die der Förderkreis des Instituts hatte einwerben können. Zu den Sponsoren zählen unter anderem der Landschaftsverband Rheinland, die NRW-Stiftung, die Stadtsparkasse und Düsseldorfs Ehrenbürger Udo van Meeteren. Das Haus wird – bei allen Neuerungen und Modernisierungen – seiner wichtigsten Maxime treu bleiben: Die hier geleistete Erinnerungsarbeit wird auch zukünftig allen Opfern des Nationalsozialismus in Düsseldorf gewidmet bleiben.