Der „Inklusionsbus“ kommt

Von Kinderfahrrädern über Düsseldorf-Souvenirs bis hin zu frischem Brot – die Produktpalette der Werkstatt für angepasste Arbeit (WfaA) ist groß. „Viele Düsseldorfer wissen gar nicht, was die Menschen mit Behinderung in der Stadt leisten“, sagt Thomas Schilder, Geschäftsführer der Werkstatt für angepasste Arbeit. Das soll sich ändern: Ab sofort fährt ein „Inklusionsbus“ durch Düsseldorf – ein Linienbus der Rheinbahn, auf dem große Portraits der Beschäftigten der WfaA deutlich zu sehen sind.

Werbefotograf Peter Sawicki hat die Bilder ehrenamtlich gemacht: „Ich bin oft im Südpark unterwegs und immer gerne mit den Menschen mit Behinderung, die dort arbeiten, ins Gespräch gekommen. So ist die Idee zu den Aufnahmen entstanden.“ „Wir arbeiten in einem Unternehmen der besonderen Art“, lautet der Slogan der Aktion.

Bevor der Inklusionsbus auf verschiedenen Linien durch die Stadt fährt, macht er am Schadowplatz, vor dem Landtag und vor dem Rathaus halt, wo Mitarbeiter und Beschäftigte die Arbeit der WfaA vorstellten. „Leider haben noch viele Menschen Berührungsängste“, weiß Robert Andree, der die rund 1500 Beschäftigten als Mitglied im hausinternen Werkstattrat vertritt.

„Aktionen wie diese sind wichtig, um gegen Ausgrenzung und für mehr Toleranz zu werben“, sagt er. Da seine Ehefrau im Rollstuhl sitzt, erlebe er immer wieder, dass Menschen Abstand halten. „Dabei kann jeder jederzeit zum Beispiel durch einen Unfall schnell selbst in eine solche Situation kommen.“

Berührungsängste ließen die Menschen mit Behinderung an diesem Tag gar nicht erst aufkommen: „Darf ich Ihnen einen Blumengruß aus dem Südpark schenken?“, fragten sie die Passanten – und die meisten nahmen den Blumensamen in den handbemalten Tüten gerne entgegen. Auch viele Landtagsabgeordnete nutzen die Gelegenheit, sich auch erster Hand über das Thema Inklusion ausführlich zu informieren.

„Die Menschen mit Behinderung sind ein ganz selbstverständlicher Teil der Stadt. Sie gehen jeden Tag arbeiten wie jeder andere auch. In der WfaA übernehmen sie zum Beispiel Verpackungsarbeiten für große Unternehmen, pflegen den Südpark und helfen zum Beispiel in den landes-Ministerien mit“, erklärt Thomas Schilder.