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Rechtsextremismus

Der Fall Carsten S. war längst publik

03.02.2012 | 17:55 Uhr
Der Fall Carsten S. war längst publik
Der mutmaßliche Unterstützer der Zwickauer Terror-Zelle Carsten S. Foto: Judith Michaelis/dapd

Düsseldorf.   Den am Mittwoch festgenommenen mutmaßlichen Unterstützer der Zwickauer Terrorzelle hatten die Sicherheitsbehörden in NRW nicht im Visier. Dabei hätte der Verfassungsschutz durchaus auf Carsten S. aufmerksam werden können. Seine Verbindungen zur Nazi-Szene wurden bereits vor acht Jahren publik.

Für den Verfassungsschutz hätte der mutmaßliche Unterstützer der Zwickauer Terrorzelle, Carsten S., kein unbeschriebenes Blatt sein dürfen.

Seine frühere Rolle als Funktionär in der Thüringer Neonazi-Szene und als NPD-Kader wurde bereits vor acht Jahren publik. Die linksautonome Stadtzeitung „Terz“ berichtete über seine Neonazi-Vergangenheit, nannte Carsten S. mit vollem Namen.

Stadtmagazin „Terz“ berichtete schon im Sommer 2004

Der Generalbundesanwalt beschuldigt Carsten S. der Beihilfe zu sechs Morden . Er soll der Terrorzelle 2001/2002 mit Hilfe eines weiteren Verdächtigen eine Schusswaffe verschafft haben. Im Innenausschuss hieß es, dass der Thüringer Verfassungsschutz die Düsseldorfer Behörde nicht unterrichtet habe, als Carsten S. 2003 nach Düsseldorf zog.

Aber die NRW-Verfassungsschützer hätten eigentlich von selbst auf ihn stoßen müssen. Denn in der Juliausgabe 2004 des Stadtmagazins „Terz“ wird über den Studenten Carsten S. geschrieben, dass er bis Ende 2000 zu den „wichtigsten Organisatoren und Koordinatoren der damaligen Thüringer Neonazi-Szene gehört“ habe, es bis zum NPD-Kreisvorsitzenden, Vize-Landesvorsitzenden der Jungen Nationaldemokraten (JN) , sogar kurzfristig in den JN-Bundesvorstand gebracht habe - und Versammlungsleiter für Aufmärsche gewesen sei.

Antifa alarmierte den AStA der Fachhochschule

Viele dieser Informationen stammten von der Antifa, die den AStA der FH alarmiert hatte. Denn Carsten S., der sich im Wintersemester 2003 für Sozialwissenschaften eingeschrieben hatte, kandidierte 2004 für das gemeinsame Schwulenreferat der FH und der Uni. Zwar wurde er von der Schwulen-Vollversammlung dem AStA vorgeschlagen. Doch der Vorstand erfuhr von seiner Vergangenheit und trat auf die Bremse. Carsten S. zog darauf die Kandidatur zurück.

Dass er in der Neonazi-Szene war und dann ausgestiegen sei, „damit war er offen umgegangen“, sagte AStA-Sprecher Christoph Slominski. Vorsitzende Ann Lemke erklärte, dass der Studentenausschuss „das Richtige getan“ habe. Carsten S. sollte sich zwar ein neues Leben aufbauen können, aber aufgrund seines „mit offenen Fragen und Zweifeln einhergehenden Ausstiegs“ musste ihm der Zugang zu den „Strukturen“ der Studentenschaft verweigert werden. Auch diese Frage wurde in der „Terz“ behandelt, die im Fall des Neonazi-Aussteigers S. schon 2004 von „sehr vielen Widersprüchen“ schrieb.

Michael Mücke

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Kommentare
04.02.2012
17:09
Der Fall Carsten S. war längst publik
von KomischDasAlles | #4

von eksom | #2

Nazis in Nadelstreifenanzügen, die im Hintergrund alles organisieren und finanzieren! Mit denen beschäftigt sich sonderbarer Weise niemand?

"Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr des Faschisten in der Maske des Faschisten, sondern vor dessen Rückkehr in der Maske des Demokraten.+



Mehr muss man eigentlich nicht mehr schreiben.

Es sind diese unscheinbaren Biedermänner, die uns die braune Farbe ...vll. auch lila oder blau-weiss, rot-weiss, vll. sogar vanilleweiss bringen werden.

Es wird etwas netter aussehen, aber dennoch nach Scheisse stinken.

Wer hat eigentlich den Verfassungsschutz installiert und wer macht diesen Job, und wer passt auf diese Geisterfahrer noch auf. Bzw. wer hat das überhaupt schon einmal gemacht?

04.02.2012
17:01
Verfassungsschützer in die Produktion
von xxyz | #3

Ein Nutzen ist ja nicht belegbar. Was will der Staat mit unseren Daten, wenn er selbst zu einfachsten Schlussfolgerungen nicht fähig ist, oder es versäumt, wichtige Daten zu übermitteln (Extremismus-Daten, JVA-Bochum-Häftling).

04.02.2012
16:46
Viel gefährlicher als Carsten S. sind die...
von eksom | #2

Nazis in Nadelstreifenanzügen, die im Hintergrund alles organisieren und finanzieren! Mit denen beschäftigt sich sonderbarer Weise niemand?

"Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr des Faschisten in der Maske des Faschisten, sondern vor dessen Rückkehr in der Maske des Demokraten.

04.02.2012
16:42
Der Fall Carsten S. war längst publik
von UnserGisela | #1

Wer schützt eigentlich unseren Staat vor solchen "Verfassungsschützern"? Das ganze verkommt ja immer mehr zu einer Lachnummer! Und aufgrund der Arbeit dieser Experten sollen jetzt die braunen Schwachmaten verboten werden? Auf diese Verfahren bin ich aber mal gespannt!

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