Der Carlsplatz hat einen Dachschaden

Carlstadt..  „Wegen Umbau geschlossen“ steht an der weißen Hütte von Ralf Esser. Die Fenster sind zugeklebt, innen räumt und packt der Chef, was er normalerweise sonst den Düsseldorfern offeriert: Nussspezialitäten und Trockenfrüchte, die es auch in der „schokolierten“ Variante gibt. Der Stand auf dem Carlsplatz, der sich schräg gegenüber vom Bastian’s befindet, glänzt wie neu, und das ist er auch – wieso soll er jetzt schon umgebaut werden, fragen sich die Kunden.

Die Antwort bekommt man, wenn man den Stand mit den übrigen rund 60 Ständen auf dem Wochenmarkt vergleicht. Während die meisten ein schlichtes Flachdach haben, ist Essers Stand gekrönt durch ein Spitz- beziehungsweise Satteldach, wie die Experten sagen, gedeckt mit dunkel glänzenden Ziegeln.

Ein Schmuckstück, das nur einen Makel hat: Es ist nicht genehmigt worden und entspricht nicht dem übrigen Erscheinungsbild des Marktes.

Das Bauaufsichtsamt schiebt dem nun einen Riegel vor, denn gegen Schwarzbauten hat man in der Stadtverwaltung etwas. Laut Auskunft von Ordnungsdezernent Stephan Keller gibt es für die Fläche eine Genehmigung für einen Bau mit einem flachen Pultdach. „Wenn das entstandene Haus bauordnungsrechtlich nicht in Ordnung ist, akzeptieren wir dies natürlich nicht.“

Carlsplatz-Geschäftsführer Heiner Röckrath bestätigt das Problem. Er will mit dem Bauaufsichtsamt über einen Kompromiss verhandeln. „Vielleicht reicht es, wenn das Dach zurückgebaut wird“, sagt er. Schon einmal habe es einen ähnlichen Streit gegeben, da konnte der „Dachschaden“ abgewendet werden. „Schinken Toni“, der an der Ecke zur Mittelstraße mit prachtvollem Dach residiert, erreichte Ende der 90er Jahre vor Gericht, dass er seinen mächtigen Aufbau nicht abreißen musste.

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