Der Belsenpark wird zugemüllt

Oberkassel..  Die Bewohner des Belsenparks sind mehr als verärgert. Nicht nur, weil der Park zwischen den Wohnblöcken und dem Greifweg noch nicht fertig ist, sondern weil die Fläche als Abfallhalde genutzt wird. „Es sind schrecklich aus“, so die Eigentümergemeinschaft an der Ria-Thiele-Straße. „Wenn wir das alles gewusst hätten...“, sagt Toni Lirsch und spricht die schöne Welt der Kataloge an, mit denen für ein Wohnen im Belsenpark einst geworben wurde. „Sicher sind die Zuwege weitgehend hergestellt, doch der täglich Anblick der Brache, die eigentlich ein Park sein sollte, ist deprimierend.“

Ende September, Anfang Oktober soll sich das ändern, denn die Stadt hat den linksrheinischen Bezirksvertretern zur jüngsten Sitzung den Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss zur Kenntnis vorgelegt. Demnach soll die insgesamt 20 400 Quadratmeter große Fläche als Naherholungsgebiet für die gesamte Bevölkerung gestaltet werden. Von der ursprünglich vorgesehenen Wasserachse (sie ist zu teuer) sind 1200 Quadratmeter für ein Wasserbecken übrig geblieben, das in Höhe der Theo-Champion-Straße angelegt wird. Eine Seite bekommt Sitzstufen, die andere eine Schilfzone. Ansonsten wird der erste Teil des Parks naturbelassen und mit Wiesen schmalen Schotterstreifen, linearen Strauch- und Baumpflanzungen auf die Artenvielfalt der ehemaligen Bahnbrache hinweisen.

Entstanden war sie, als der Bahnbetrieb vor mehr als 30 Jahren stillgelegt wurde. Daran schließt sich eine Rasenfläche an, auf der sich jeder nach Lust und Laune bewegen kann. Kinder zum Beispiel können dort auch Ballspielen. Ein diagonaler Weg wird angelegt, der den sogenannten Boulevard mit dem Greifweg verbindet und das Gelände teilt. Er soll Passanten und Radfahrern eine Passage ermöglichen. Danach, sozusagen fast am Ende des zu gestalteten Bereichs ist ein 4000 Quadratmeter großer Kinderspielplatz vorgesehen, der wie ein Hafenbecken angelegt wird. Mit Rutsche, Schaukel und Wippe auch für Rollstuhlfahrer, denn der Spielplatz berücksichtigt das Thema Inklusion.

Eine Hürde gibt es noch

Bevor der Spielplatz realisiert werden kann, muss noch eine Hürde übersprungen werden. Denn nicht alle Grundstücke sind im Besitz der Stadt. Laut Verwaltung sind 3600 Quadratmeter in Privatbesitz. So könne in einem ersten Bauabschnitt nur ein Viertel der Fläche gestaltet werden. Den Rest wolle die Stadt aber schnell erwerben und verhandele schon mit dem privaten Grundstücksbesitzer.

Die linksrheinischen Bezirksvertreter betonten, dass dieser Park für alle wichtig sei und stimmten geschlossen für die Vorlage. Doch nicht ohne die Bitte zu äußern, den Spielplatz möglichst schnell zu bauen. Die Grünen regten an, dass ein neuer Name für die Grünfläche gesucht werden sollte. „Belsenpark im Belsenpark hört sich nicht gut an“, sagte Grünensprecher Markus Loh. Außerdem komme es so leicht zu Verwechslungen. Darüber hinaus sollte eine ökologische Fläche bereitgehalten werden. Gleichzeitig baten sie die Verwaltung mit zwei Ergänzungsanträgen, zu prüfen, ob der Spielplatz im ersten Bauabschnitt vielseitiger gestaltet werden könnte. Loh: „Mit der Erweiterung des Spielangebotes zum Klettern und Toben würde der Gedanke der Inklusion noch besser verwirklicht werden.“ Zudem sollte geprüft werden, ob mehr Bäume gepflanzt werden können, um eine Beschattung der Spielfläche zu schaffen und ob zu den geplanten hochstämmigen Felsenbirnen große schattenspendende Bäume am Boulevard gepflanzt werden könnten. Die Kollegen der anderen Fraktionen stimmten den Ergänzungsanträgen der Grünen zu und einen Tag später auch der Rat.