Der Altbier-Experte

Mit 40 wollte Eberhard Fischer nur noch Dinge machen, die ihm Spaß machen. Selbstständigkeit, das war schon lange sein Plan gewesen. Den setzte der Wahldüsseldorfer vor drei Jahren mit der „Altbier-Safari“ um, Ende vergangenen Jahres folgte mit der „Düsseldorf Safari“ die Erlebnis-Stadtführung im VW-Käfer. Vom Hotelkaufmann entwickelte Fischer sich zu einem unternehmerischen Abenteurer, immer treiben ihn neue Ideen, auf dem Erreichten ausruhen kann er sich nicht. Altbier, Käfer und Safaris – Fischer zeigt, wie aus Einfällen Unternehmen werden.

Der 46-Jährige wuchs in Hagen auf, nach dem Abitur absolvierte er eine Ausbildung zum Hotelkaufmann im „Bayrischen Hof“ in München. Vor seinem BWL-Studium in Saarbrücken lernte Fischer Südafrika kennen, als Praktikant bei einem Energiekonzern. „Ich wollte dort Sprachen lernen, von diesem Aufenthalt stammt auch die Safari-Idee“, sagt Fischer. Zurück in die Bürgerlichkeit brachte ihn die Arbeit im „klassischen Vertrieb“ bei Diebels, ein Job, für den er und seine Frau im Jahr 1998 nach Düsseldorf zogen. Zwei Jahre später ging Fischer zu Carlsberg in Mönchengladbach, bevor er 2006 Geschäftsführer der Kölsch-Brauerei Sünner wurde..

Ich hatte immer den Wunsch, mich selbstständig zu machen. Mit Anfang 40 dachte ich: Jetzt oder nie.“ Als Grundlage für seine „Altbier Safari“ – eigenen Angaben zufolge die beliebteste Stadtführung Düsseldorfs – gründete er 2011 die „Altbier Agentur“. „Düsseldorf ist sehr gründerfreundlich“, sagt Fischer. Für seine Idee, einen geführten Rundgang durch die Altbierkneipen der Altstadt zu organisieren, fand er schnell Unterstützung bei der Finanzierung durch die Stadtsparkasse und der Organisation durch die DMT. Besonders letztere lobt Fischer für die kompetente Zusammenarbeit. „Es ist ja schon außergewöhnlich, dass sich ein Geschäftsführer in den 40ern an so etwas heranwagt. Da ist schon eine gewisse Fallhöhe gegeben“, sagt Fischer. Da die DMT mit der Safari auch die Stadt bewerbe, sei die Kooperation aber in gegenseitigem Interesse: „Düsseldorf steht für Altbier, und da bin ich Experte.“

Seit der ersten Kneipenführung im Jahr 2012 habe er jedes Jahr ein Unternehmen gegründet. „Es heißt ja auch: Unternehmen ist das Gegenteil von Unterlassen“, scherzt Fischer. Mit zwei Partnern eröffnete er 2013 das „manima“, ein laotisches Restaurant. „Essen, Trinken, alte Autos: Das sind Dinge, die ich mag.“ Die Kontakte sammelte er in seinem Lieblingsrestaurant in Flingern, von der ungenutzten Immobilie in der Derendorfer Straße erfuhr er von seinem Steuerberater. Der reizvollste Teil sei für Fischer mit der Umsetzung seiner Ideen schon vorbei: „Ich brauche immer einen Partner, der die Unternehmen operativ leitet. Am meisten Spaß habe ich an der Entwicklung neuer Projekte.“

Sein neuestes ist die „Düsseldorf Safari“, eine Stadtrundfahrt, bei der man selbst am Steuer eines VW-Oldtimers sitzt. „Das ist eine Idee, die noch etwas Erklärungsbedarf hat“, sagt Fischer. Vielen Leuten sei es neu, bei Stadtführungen selbst fahren zu können, zudem sei es auch möglich, die Autos für Events zu mieten. „Das wäre mit dem richtigen Geschäftspartner natürlich auch in anderen Städten umsetzbar. Ich will aber erst einmal sehen, woran die Leute das meiste Interesse haben“, sagt Fischer. Als nächstes Ziel sieht er den Ausbau der Fahrzeugflotte, ein „Bully“ (Baujahr 1970) sei schon gekauft, auch den Aufbau einer eigenen Autowerkstatt könne Fischer sich vorstellen. Mit einem Auge schaut er aber schon weiter: „Langfristig möchte ich Projekte für Immobilien umsetzen.“ Durch geschickte Nutzungsänderungen will Fischer aus unrentablen Gastronomiebetrieben erfolgreiche Lokale machen. Neben allen zukünftigen beruflichen Plänen tut sich in diesem Jahr auch im Privatleben des dreifachen Vaters etwas: „Ich werde heiraten!“