"Dependance der Gesamtschule wäre diskutabel"
12.03.2008 | 19:46 Uhr 2008-03-12T19:46:54+0100LANGENFELD. Die Grünen sind im Rat in der Frage zu einer möglichen Ausweitung von Gesamtschulplätzen (die NRZ berichtete) ihren Kritikern entgegen gekommen. Im ursprünglichen Antrag war noch von zwei Varianten die Rede. ...
... A: Die Bettine-von-Arnim-Gesamtschule, derzeit im Zweckverband mit Hilden, solle in die alleinige Trägerschaft der Stadt übergehen. Und B: In Langenfeld würde eine zweite Gesamtschule errichtet. Beide Vorschläge hatten keine Chance auf eine Mehrheit, deswegen zogen die Grünen ihren Antrag zurück. Einstimmig votierte der Rat hingegen dafür, über alternative Lösungsansätze zu diskutieren - auch mit Vertretern des Zweckverbandes.
Dass mehr Gesamtschul-Plätze her müssen, liegt für Elke Hirsch-Biermann auf der Hand. Eindringlich versuchte die Grünen-Ratsfrau, das Gremium davon zu überzeugen, wie ausgereizt die Kapazitäten seien. "Dramatische Situationen" würden sich in der Bettine-von-Arnim-Schule abspielen: Weinende Eltern kämpften verzweifelt darum, dass ihr Kind angenommen werde. Ein Grund für den Wunsch, Mädchen und Jungen zur Gesamtschule zu schicken: "Hier ist ein Abitur noch in neun statt acht Jahren möglich." Doch rund 200 Mal hätten Eltern eine Absage bekommen.
Klares Nein zum Ende des Zweckverbandes
Ein klares "Nein" sagten Ratsherren von CDU, SPD und FDP zu einer Auflösung des Zweckverbandes. Einer Dependance könnten sie schon eher zustimmen. Auch wenn dieser Weg nicht unbedingt der "Favorit" der SPD wäre, wie Fraktionschef Gerd-Peter Heinrichs unterstrich: "Wir suchen nach einer Lösung vor Ort." Und für seinen Kollegen von der CDU, Josef Müller, ist klar: "Wenn eine Dependance, dann in Hilden und unter der Leitung des jetzigen Zweckverbandes." Heinrichs argwöhnte, dass das Land wohl solch einer Variante nicht ohne weiteres zustimmen werde. Das dürfte aber auch für die Gründung einer zweiten Gesamtschule in Langenfeld gelten, meinte Helmuth Wendler (FDP).
Für Müller ist dieser Plan ohnehin indiskutabel. Um eine zweite Gesamtschule überhaupt erst an den Start bringen zu können, müsste die Vierzügigkeit - also eine Stärke von 116 Kindern - gesichert sein. Das würde für Langenfeld nach Ansicht Müllers in der Konsequenz bedeuten, "dass wenigstens eine Hauptschule wegfalle". Und die Existenz "gut funktionierender" Haupt- und Realschulen will die CDU nicht gefährden.
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