Den Keimen auf der Spur

Die Bundesregierung fordert aktuell ein Zehn-Punkte-Programm zur Verbesserung der Hygiene in Krankenhäusern. Der Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf (VKKD) erfüllt bereits seit vielen Jahren die aufgestellten Forderungen – und bewegt sich mit so genannten Antibiotika-Stewardships (Überwachung gezielter Antibiotika-Therapien) schon jetzt weit über den Standard der Hygieneempfehlungen von Bund und Robert-Koch-Institut (RKI) hinaus.

Um zu zeigen, was Krankenhäuser tun, wie Keime sich verändern und vor allem wie sie übertragen werden, zeigt das Marien Hospital Düsseldorf im VKKD bis zum 8. April erstes Krankenhaus in Düsseldorf eine Ausstellung über Bakterien, Infektionskrankheiten und schützende Hygienemaßnahmen.

Zum Vergleich: Bei ca. 80 Millionen Krankenhaus-Patienten sind allein 2,2 Prozent von Infektionen betroffen. Dennoch zählt der Schutz und die Sicherheit der Patienten zu den größten Herausforderungen der Zukunft - denn multiresistente Erreger werden weltweit ein immer größeres Problem.


Warum eine solche Ausstellung? Keime sind ein gesamtgesellschaftliches, ja globales Problem. Sie entstehen nicht in Krankenhäusern, sondern u.a. durch die exzessive Antibiotika-Vergabe sowie in der Fleischindustrie. Über Körperkontakt „wandern“ die Keime ins Krankenhaus ein und können den Krankheitsverlauf immungeschwächter Patienten stören. Die Ausstellung zeigt, wie Keime sich verbreiten und warum. Die Aufdrucke der Ausstellung sind auch auf verlinkter Homepage enthalten.
Was für Hygienemaßnahmen sind denn wichtig und warum?
Geschulte Hygienefachkräfte sind täglich in allen Einrichtungen des VKKD unterwegs, um „Lücken“ in der Hygienepraxis aufzuspüren. Dennoch sind es in den meisten Fällen Besucher oder Angehörige, die Keime ins Krankenhaus mitbringen, ohne davon zu wissen. Die Ausstellung richtet sich primär an diese Zielgruppe und beschreibt, welche Rolle Bakterien für das menschliche Immunsystem spielen, in welchen Fällen sie Krankheiten auslösen können. Im VKKD werden neben einem flächendeckenden MRSA-Aufnahmescreening (Nasen-Rachen-Abstrich) die Patienten bei geplanten Eingriffen zu ihrer „Historie“ (Reisen, Aufenthalte in anderen Krankenhäusern) befragt und risikobasiert Vorsorge gegen weitere identifizierbare Erreger getroffen.
Reicht die Händedesinfektion aus? Zunächst ist die hygienische Händedesinfektion eine zentrale Schutzmaßnahme, um die ungewollte Verbreitung krankmachender Keime in Krankenhäusern zu verhindern. Denn die menschliche Haut ist ein „Hort“, auf dem sich zahlreiche Erreger „tummeln“. Aus diesem Grund gehört zu der Ausstellung auch ein freiwilliger Selbsttest. An einer Infosäule können sich alle Interessierten mit einer Testflüssigkeit die Hände desinfizieren und dann unter einer speziellen UV-Lampe kontrollieren, ob sie das Testmittel korrekt und flächendeckend aufgetragen haben. Weitere Maßnahmen sind die oben genannten Aufnahme- und Befragungsscreenings sowie die zielgerichtete und sparsame Vergabe von Antibiotika bei Krankheitsverläufen oder Operationen.
Wer hat die Ausstellung ins Leben gerufen?
Die Ausstellung ist Teil einer landesweiten Hygiene-Initiative der nordrhein-westfälischen Krankenhäuser unter Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Sie ist in über 180 Krankenhäusern zu sehen. Alle Ausstellungsorte und -termine sind auf der Website www.keine-keime.de veröffentlicht. Die landesweite Hygiene-Initiative „Gemeinsam Gesundheit schützen. Keine Keime. Keine Chance für multiresistente Erreger“ wurde initiiert von der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, dem Dachverband der 370 Krankenhäuser in NRW. Die Initiative hat das Ziel, die Öffentlichkeit über multiresistente Erreger, Krankenhaushygiene und Infektionsschutz aufzuklären.