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Sorge vor Anti-Islam-Bewegung - "Rechter Rand läuft mit auf"

08.12.2014 | 19:39 Uhr
Sorge vor Anti-Islam-Bewegung - "Rechter Rand läuft mit auf"
Von den erwarteten 2000 Islamgegnern standen am Ende rund 500 Teilnehmer im Regen vor dem NRW-Landtag. Foto: dpa

Düsseldorf.  Rund 2000 Islamgegner wurden am Montag in Düsseldorf erwartet. Rund 500 Rechte standen am Ende im Regen vor dem NRW-Landtag. 1000 Gegendemonstranten.

Unter dem Namen Dügida (Düsseldorfer Bürger gegen die Islamisierung des Abendlandes) marschierten nach Polizeiangaben rund 500 Demonstranten in Düsseldorf vor dem Landtag auf, um gegen die "Überfremdung" Deutschlands zu protestieren. Gerechnet hatten die Beamten mit rund 2000 Teilnehmern. Denn seit Tagen wurde in den sozialen Netzwerken eifrig für die Veranstaltung geworben. Rechtsextreme verschiedener Parteien kündigten ihre Teilnahme an, mahnten zugleich ihre Anhänger, Parteifahnen und andere eindeutig rechtsextreme Utensilien zuhause zu lassen. Schließlich wollte man ja nicht den Eindruck erwecken bei Dügida gehe es um neofaschistische Ideologien.

Der "Spaziergang gegen die Islamisierung des Abendlandes" sei vielmehr ein bürgerlicher Protest gegen einen viel zu liberalen Staat, der von der Presse falsch dargestellt werde. Ihren Unmut gegen die deutsche Presse äußerten die Rechten dann auch bei der Demonstration immer wieder ("Deutsche Presse, halt die Fresse). Ihre "Bürgerlichkeit" demonstrierten die Dügida-Demonstranten dann mit Plakaten mit der Aufschrift „Kein Asyl für tötende Religionen“, der Parole „Wir sind das Volk“ und Deutschland-Fahnen, die verteilt wurden. „Die müssen zurück“, rief einer. „Die sind nur geleast.“

Demgegenüber standen rund 750 Gegendemonstranten von Kirchen, Antifa-Gruppen, SPD, Grünen, FDP, Piraten und DGB., die dem "rechten Mob keinen Fußbreit" in Düsseldorf gewähren wollten. Die Polizei sicherte die Demonstrationen mit einem massiven Aufgebot ab. Nach den Erfahrungen bei der Kölner Hogesa-Demonstration, bei der es zu heftigen Straßenschlachten zwischen Neonazis und Hooligans und der Polizei gekommen war , wurden offenbar ausreichend Kräfte zusammengezogen. Mit 1300 Beamten sei es der größte Polizeieinsatz des Jahres in der Landeshauptstadt, sagte Polizeipräsident Norbert Wesseler.

„Da läuft der extrem rechte Rand gleich mit auf"

Die Veranstalter von „Dügida“ waren sehr darum bemüht, ihre Veranstaltung vom Extremismus-Verdacht freizuhalten: „Unsere Bewegung kommt aus der Mitte der Bevölkerung. Rechtsradikale Parolen oder Symbole werden bei uns nicht geduldet“, hatte Mitorganisator Alexander Heumann, ein AfD-Politiker und Jurist aus Düsseldorf, beteuert.  Doch diese Abgrenzung zum äußersten rechten Rand war in Düsseldorf  – mehr noch als bei den „Pegida“-Demonstrationen in Dresden – schwierig.

„Da läuft der extrem rechte Rand gleich mit auf, darunter die NPD, die Rechtspopulisten von „Pro NRW“ und die Neonazi-Partei ,Die Rechte’“, sagte der Rechtsextremismus-Forscher  Alexander Häusler von der FH Düsseldorf dieser Zeitung. Nach Informationen dieser Redaktion wurde die Düsseldorfer Demo von einem polizeibekannten Rechtspopulisten angemeldet, der in der Vergangenheit mehrere islam- und ausländerfeindliche Kundgebungen organisiert hatte. Alexander Heumann hingegen, der der Gruppe „Patriotische Plattform“ in der AfD angehört, zählte nur zu dem Mit-Organisatoren.

Kommentare
08.12.2014
22:05
Demo der selbsternannten Abendlandretter fällt ins Wasser
von Moderation | #22

Sehr geehrte Nutzer,
da auch unter diesem Artikel - wie auch dem vorangegangenen - bei der Mehrheit der Kommentatoren offenbar keinerlei...
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10124635
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http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/demo-der-selbsternannten-abendlandretter-faellt-ins-wasser-id10124635.html
2014-12-08 19:39
Düsseldorf, Dügida, Pegida, Nazis, Neonazi-Gruppierungen, AfD, Pro NRW, Demonstration, Islam
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