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Wirtschaftskrise

Demag streicht 250 Stellen

18.05.2009 | 18:44 Uhr

Fast jeder dritte Arbeitsplatz ist in Reisholz betroffen. IG-Metall kritisiert das Unternehmen, vorschnell zu handeln.

Zunächst war es ein Gerücht, seit gestern ist es traurige Gewissheit: Der Anlagenbauer Demag Cranes streicht bei seiner Tochter Gottwald Hafenkrane in Reisholz 250 Stellen. Damit fällt fast jeder dritte Arbeitsplatz in Düsseldorf dem Rotstift zum Opfer. Auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung informierte die Geschäftsleitung gestern die Belegschaft. „Die Mitarbeiter waren geschockt”, fasste IG-Metall-Sekretär Volker Consoir die Reaktionen zusammen.

Der Arbeitgeber verwies derweil auf die Weltwirtschaft: Nach den verheerenden Auswirkungen der Finanzkrise reiche die am 1. März eingeführte Kurzarbeit nicht mehr aus, um die Verluste aufzufangen, rechtfertigte die Geschäftsleitung ihren Entschluss - den IG-Metall-Sekretär Volker Consoir allerdings nicht so einfach gelten lassen will. „Zumindest nicht solange, bis nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, um einen Stellenabbau zu vermeiden.” Zum Beispiel hätte man die Kurzarbeit weiter ausbauen können.

Die „Dynamik des Einbruchs” habe allerdings keine andere Möglichkeit mehr offengelassen, erklärte Unternehmenssprecher Nikolai Juchem. „Der Auftragseingang ist um 50 Prozent eingebrochen, bei uns türmen sich die Großbauteile auf dem Hof.”

Wie dem auch sei, nach dem Schock kommen die Gespräche. Mit Experten werden IG-Metall und Betriebsrat nun die Abbaupläne des Unternehmens „auf ihr Plausibilitätüberprüfen”, so Volker Consoir. Danach werde man intensive Gespräche mit der Unternehmensleitung treten, die sich bemühe, den gesamten Stellenabbau so transparent und vor allem: sozialverträglich wie möglich zu gestalten, wie Nikolai Juchem gestern bekräftigte. Denn: „250 Stellen, das ist eine Nummer.”

Philipp Ortmann


Kommentare
18.05.2009
23:42
Demag streicht 250 Stellen
von Kistenkarl | #1

Und Herr Joos geht mit 3,5 Millionen nach Hause und macht die Beine lang.Toll,wenn das jeder zu Entlassene bekäme.

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