Das Viertel der Zweite-Reihe-Parker

Oberkassel..  Düsseldorf ist die Stadt der Zweite-Reihe-Parker. Und zu den Spitzenreitern zählt dort Oberkassel – vor allem rund um den Barbarossaplatz, nur wenige Meter von der Tiefgarage entfernt, die seit rund eineinhalb Jahren in Betrieb ist, aber von den Autofahrern, die Oberkassel besuchen, nicht akzeptiert wird. Lieber parken sie (und die Oberkasseler) in zweiter Reihe und blockieren sich gegenseitig. Kreuzungen sind zugestellt, während in der Tiefgarage in der Regel immer um die 200 Plätze frei sind. Das Wochenende verlief in dieser Hinsicht typisch.

Freitagabend 19 Uhr: Reguläre Parkplätze sind Mangelware. Freitagabend 23.15 Uhr: Die Fahrt über die Dominikanerstraße ist abenteuerlich. Auf der zweispurigen Straße mit den vielen Parkbuchten ist nur noch eine Slalomfahrt möglich. Aus Richtung Luegallee kommend, scheint sie eine Einbahnstraße zu sein. Vom Muggel bis zur Cheruskerstraße stehen die Autos vor den Parkbuchten. Die Kennzeichen verraten, hier kommt so gut wie keiner aus Düsseldorf. Neuss, Mettmann, Essen, Heinsberg, Mönchengladbach - sie alle stehen auf der Domikanerstraße, und zwar brav hintereinander.

Da heißt es weit vorausschauen, aber glücklicherweise kommt kein Gegenverkehr. Erst hinter der Kreuzung Cheruskerstraße haben die parkenden Autos die Seite gewechselt. Jetzt stehen sie gegenüber der Pizzeria. Noch eine Runde.

Ein Fahrer, dessen Auto auf der Dominikanerstraße zugeparkt ist, hupt. Keine Reaktion. Wir biegen derweil nach links in die Cheruskerstraße. Dort steht eine Armada von Autos verbotener Weise auf der linken Seite der Einbahnstraße – halb auf dem Bürgersteig. Und nur einer der sieben Pkw besitzt ein Düsseldorfer Kennzeichen. Wenn Lokalpolitiker stets behaupten, das Parkproblem in Oberkassel hätte sich stark verbessert und die Tiefgarage werde endlich genutzt, dann hätten sie am Freitagabend mal durch die Straßen fahren oder gehen sollen.

Gefühlte Einbahnstraße

In der nur wenige Meter von der Dominikanerstraße entfernten Tiefgarage gab es an diesem Abend kurz nach elf Uhr noch 204 freie Plätze. So stand es auf den beiden Anzeigentafeln des Parkhauses. 352 Stellplätze gibt es in der Tiefgarage, 150 werden von Dauerparkern genutzt, wie Parkhaus-Mitarbeiter Andreas Mahnert-Lueg zuletzt noch behauptete. Überhaupt waren in den vergangenen vier Wochen morgens gegen zehn und abends gegen acht Uhr immer um die 200 Plätze in der Tiefgagarge frei.

Ein weiteres Problem ist die Situation am Barbarossaplatz vor dem Delikatessen-Laden und dem Restaurant von Ratsherr Guiseppe Saitta. Nein, der Barbarossaplatz ist keine Einbahnstraße, obwohl das viele Autofahrer wohl glauben. Auch hier stehen die Fahrzeuge in zweiter Reihe, wenn Markt ist. Oder samstags, wenn man kurz in die Reinigung möchte oder bei Saitta mittags Nudeln isst. Wer über die – eigentlich zweispurige – Straße am Barbarossaplatz fährt, möchte meist links abbiegen zur Luegallee. Leider vergessen die Autofahrer, dass es auch noch Gegenverkehr gibt, ob der nun von der Friesen- oder Drakestraße kommt. Selten aus der Tiefgarage. Und plötzlich geht nichts mehr. Die Kreuzung ist blockiert. Und zu allem Überfluss hat die Ampel vor der Luegallee gerade eine besonders lange Rotphase, weil zwei Straßenbahnen Vorfahrt haben. So läuft gar nichts mehr. Samstags um die Mittagszeit war das wieder einmal der Fall.

Ein ganz normaler Samstag, wie es auch ein normaler Freitagabend war. Mit oder ohne Tiefgarage....