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Plastinat-Ausstellung

Das Spiel mit dem Grausen oder die "Art of Bodies"

05.10.2009 | 11:06 Uhr
Das Spiel mit dem Grausen oder die "Art of Bodies"

Düsseldorf. Der Anblick ist schockierend: winzige Finger, geschlossene Augen, zarte Gesichtszüge. Das Ungeborene in der Vitrine ist sieben Monate alt - und plastiniert. In Düsseldorf ist Dirk Pipers "Art of Bodies - Die Welt der Körper" zu sehen.

Für Mediziner und Naturwissenschaftler vielleicht ein beruflich bedingt gewohnter Anblick. Doch der Betrachter fragt sich: Wo sind die Grenzen? Und sieht sich in einem Spagat zwischen aufgeklärter Wissensgesellschaft und moralischen Werten. Ein Grenzgang, der mit der Plastinations-Ausstellung „Art of Bodies” am Samstag in der Tiefgarage des Burg-Wächter Castellos eröffnet wurde.

Pferde- und Paviansskelett

In Harz gegossene Fische. Foto: Uwe Schaffmeister.

Thematisch enthält die Schau von Plastinator Dirk Piper drei Teile: In einem ersten Raum sind Tiere zusehen. Ein Pferde- und Pavianskelett, ein plastinierter Leguan, Chihuahua, Katze oder Fische. „Demnächst kommt noch ein Krokodil dazu”, verrät Piper. Er präsentiert auch weltweit einmalige Querschnitte von Tieren.

Piper zeigt in einer Ecke des Raumes eine Organentnahme. Die Besucher können aufgetaute menschliche Innereien, die aus einer Puppe entnommen werden, anfassen. Damit wolle er zur Bereitschaft zur Organspende anregen, so Piper, während er eine gefrorene Lunge im Plastikbeutel in der Hand hält.

Von Maden und Mäusen

Im nächsten Raum zeigt der 46-Jährige anatomische Zeichnungen von Leonardo da Vinci und eine Sonderausstellung zum Thema „Vom Tatort zur Rechtsmedizin/Forensik”. Auf einem Bildschirm läuft eine Obduktion, ähnlich den Szenen aus dem TV-Abendprogramm. Nur mit dem Unterschied, dass da echtes Blut aus dem blassweißen Torso einer Frau fließt.

Gegenüber stellt Piper einen Fall aus Hamburg dar, bei dem ein Autoinsasse bei einem Verkehrunfall von einem Dönerspieß erstochen wurde. Piper will bis zum Ende der Schau noch einen plastinierten Leichnam ausstellen, der zehn Tag im Wald verweste. Mit lebenden Maden und Mäusen!

Für alle ab 16 Jahre

Im letzten Raum der Schau sind neben menschlichen Organen auch die Plastinate von Ungeborenen zu sehen. Menschliche Körperteile erhält Piper von Universitäten aus der ganzen Welt. Es ist jedem Besucher ab 16 Jahren freigestellt, ob er die Humanplastinate sehen möchte - oder überhaupt sehen muss.

„Art of Bodies”, Burg-Wächter Castello, Karl-Hohmann-Straße 1; Donnerstag bis Samstag, 14 bis 20 Uhr, Sonntag 10 bis 20 Uhr. Eintritt: neun Euro.

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Pirkko Gohlke

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