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Das Schumannfest lebt – noch

22.01.2014 | 00:17 Uhr

Die Mezzosopranistin Vesselina Kasarova und die Geigerin Hilary Hahn, Klaus Maria Brandauer und David Garrett – die Prominenz auf Opern-, Theater- und Konzertbühnen gibt sich im Frühjahr die Ehre. Ob sie alle Musik von Robert Schumann lieben? Oder den genialen, aber auch sperrigen Romantiker, der sich vor fast 160 Jahren von der Oberkassler Brücke in die Rheinfluten stürzte, nur aus beruflichen Gründen schätzen? Das wissen wir nicht. Dennoch lockt sie alle das Schumann-Fest an den Rhein.

Sicherlich ist dies längst kein Publikumsrenner mehr, sondern ein kleines, stilleres Festival, über dessen Sinn und finanzielle Ausstattung Kulturmacher in der Stadt streiten. Streitbar ebenso die neue Werbekampagne mit einem Föhn. Unter der Trockendüse steht „Voller Power. Für noch mehr Sturm und Drang“. Und eine Haarspray-Dose  verspricht „starken Halt in stürmischer Zeit“.

Romantisiere Dich!

Könnte sein, dass sich durch die Bilder und flotten Sprüche weniger Klassikfans denn Leute angesprochen fühlen, die auf der Suche nach einem neuen Haarstudio sind.

Auf jüngeres, bislang klassikfernes Publikum zielt erneut das Motto „Romantisiere Dich!“ Man fragt sich, warum. Denn bereits 2012 wirkte sich dieser bemüht originelle Slogan weniger in klingender Münze aus, das heißt Auslastung und Kartenverkauf des Festivals blieben weit zurück hinter selbst pessimistischen Prognosen. Verantwortlich auch für 2014 sind Schumann-Gesellschaft und der von ihr ernannte Intendant des Schumannfests: Michael Becker, gleichzeitig Tonhallen-Chef. Ist ja praktisch, denkt man, da die meisten der neun Konzerte ohnehin in der Tonhalle stattfinden sollen. Ob die Rechnung aufgeht? Man wird sehen. Das Schumannfest, glaubt man den Organisatoren, lebt jedenfalls. Noch, vorerst.

Der Blick auf das Programm zeigt eine bunte Vielfalt von Konzerten, die es auch ohne Festival geben würde. Sowohl das Abokonzert der Symphoniker mit zweifacher Wiederholung Ende Mai/Anfang Juni als auch den Auftritt von David Garrett. Der Popstar mit Stradivari gastiert mal wieder am 19. Mai in der Tonhalle. Natürlich wagt er sich nicht an Schumann, sondern kredenzt Hits von Paganini und Vivaldi, „Vier Jahreszeiten“ inklusive.

Speziell auf Schumann abgestimmt ist ein Liederabend mit Vesselina Kasarova. Die bulgarische Mezzosopranistin, international als Opernstar gefeiert, liebt auch das kleine Format. Mit sinnlicher Tiefe und ihrem wunderbaren Timbre wird sie am 17. Mai auf den Spuren der großen romantischen Gefühlsausbrüche wandeln – mit Gesängen von Schumann und Brahms.

Und was macht Klaus Maria Brandauer? Der Mime mit Hollywood-Erfahrung tritt am 24. Mai als Sprecher in Mendelssohn-Bartholdys „Sommernachtstraum“ auf. In dem Melodram nach Shakespeare schlüpft er in sämtliche Rollen und wird wieder mit höchster Kunstfertigkeit seine Fans begeistern.

Michael-Georg Müller

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Das Schumannfest lebt – noch
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2014-01-22 00:17
Düsseldorf