Das „Nervenzentrum“ der Düsseldorfer Retter

Was wir bereits wissen
Vor zehn Jahren ging die Leitstelle der Feuerwehr an der Hüttenstraße an den Start. Seither wurden üner eine Million Einsätze koordiniert.

Düsseldorf..  Gewitter, Hochwasser und Karneval - immer wieder kommt es zu Situationen, in denen von der Feuerwehr Höchstleistungen erwartet werden. Die neue Feuerwehrleitstelle an der Hüttenstraße 68 ermöglicht es, dank einer personellen Aufstockung und neuer Technik, solche ausnahmesituationen kompetent neben dem normalen Tagesablauf zu meistern. Am 24. Januar 2005 wurde die neue Leitstelle in Betrieb genommen und bearbeitete seit dem mehr als eine Millionen Einsätze. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens wurde nun eine Bilanz gezogen: Wo die Investition von neun Millionen Euro geblieben ist, und wie sich der Arbeitsalltag in einer modernen Feuerwehrleitstelle gestaltet.

Aufgrund der wachsenden Einwohnerzahlen stieg die Anzahl der jährlichen Einsätze auf rund 135 000 (Stand 2014). Viele davon gingen auf das Konto des Sturms „Ela’’ zurück, der im Juni des vergangenen Jahres über Nordrhein-Westfalen wütete. Über eine Dauer von zehn Tagen war die Feuerwehr auf die tatkräftige Verstärkung der Leitstelle angewiesen. Dank 55 speziell dafür ausgebildeter Disponenten, die in Gruppen von bis zu acht Personen im 24-Stunden-Schichtdienst arbeiten, konnte auch diese Hürde überwunden werden.

Insgesamt wurden in dem Zeitraum von 2005 bis 2014 rund 1,13 Millionen Einsätze gefahren, davon waren die meisten Notfalleinsätze und Krankentransporte.

Die Disponenten, die in der modernen Leitstelle arbeiten, sind hoch ausgebildete Mitarbeiter der Feuerwehr, die jahrelange Erfahrung in der Feuerwehr- und Rettungsdienstausbildung vorzuweisen haben, um einen Posten in der neuen Zentrale zu bekommen. Um einen sicheren Umgang mit den neuen Softwarefunktionen gewährleisten zu können, besuchen die Disponenten eine dreiwöchige Schulung, wo ihnen das neue Computersystem näher gebracht wird. Mit dem System eines neu integrierten Digitalfunks kann bei Großereignissen wie dem Orkantief „Ela’’ effizienter eine Gefahrenabwehr eingeleitet werden.

Unter der Leitung von Guido Bürschgens, der den Chefposten der Zentrale am 1. Februar übernahm, erfolgt nun der Übergang vom Analogen- zum Digitalfunk, welcher bei den Krankentrasportwagen und an den Einsatzstellen seine positive Wirkung zeigt. ,,Vor allem die Sicherheit des Personals steht bei der Verwendung dieses Systems im Vordergrund’’, erläutert Peter Albers, der Direktor der Düsseldorfer Feuerwehr. Man könne jetzt einfach schneller reagieren, wenn Verstärkung am Einsatzort erforderlich sei und so ein höheres Sicherheitsniveau gewährleisten.

Der Umbau der Leitstelle zieht maßgebliche Veränderungen in dem Gebiet der Technik, und im taktischen Leitstellenbereich nach sich. Handy-Ortungen, eine bessere Vernetzung der Feuerwehr Kräfte untereinander, aber auch die des Hilfebedürftigen zu der Einsatzzentrale, wurde erleichtert. In taktischer Hinsicht ist die Leitstelle schneller in der Lage, auch Großeinsätze zu koordinieren und sicherer durchzuführen.