Das Motto lautet „Hammsalabim“

Hamm..  Im Hinterhof der Familie Hörnke ist die Aufregung zurzeit groß. Yannik Hörnke (5) und Max Brandstädter (8) probieren ihre Kostüme an – grüne Umhänge und Pappmaché-Zylinder mit Hasen. Gespannt schauen sie auf Peter Röwekamp und Tomas Käferstein, die letzte Hand anlegen an den Karnevalswagen, mit dem sie und andere Familien aus Hamm am Karnevalssamstag am Kinder- und Jugendumzug in der Düsseldorfer Altstadt teilnehmen werden.

„Unser Motto in diesem Jahr ist ,HammSalabim’“, sagt Röwekamp. Dazu passend haben sie ihren Wagen gestaltet: Ein Zauberer mit Umhang will einen Hasen aus seinem magischen Zylinder herauszaubern, der kommt dann auch tatsächlich zum Vorschein, beißt dem Zauberer aber in die Hand. „In den Sprechblasen steht daher ,Hamm’ und ,Salabim’ “, so der Wagenbauer.

Die Hammer Familien lieben Wortspiele. Es ist bereits das vierte Mal, dass sie mit eigenem Wagen beim Kinder- und Jugendumzug durch die Altstadt ziehen und wieder haben sie sich ein Wortspiel mit ihrem Stadtteil-Namen ausgedacht. Nach „Hammer“ (genau, die Kinder kostümierten sich als Werkzeuge, damals gab es allerdings noch keinen Wagen), „Hamm-Marsianer“, „Hammburger“ und „Hammerhaie“ ist es in dieser Session also „HammSalabim“.

Der Kinder- und Jugendumzug liegt den Familien am Herzen. Jeder steuert etwas bei. So kümmern sich Mütter wie Claudia Plaßmann, Silvia Vossen und Katinka Hörnke um die Kostüme für die Kinder, organisieren den Entwurf eines Grundkostüms, der nach Belieben ausgeschmückt werden kann. „Wir achten dabei darauf, dass die Kostüme nicht zu teuer werden. Jede Familie soll sie kaufen und mitmachen können“, sagt Vossen. „Erstmals in diesem Jahr haben wir auch einen gemeinsamen Basteltermin angeboten“, sagt Plaßmann.

Wie die Kostüme, so sind auch die Wagen mit der Zeit aufwendiger geworden, der Wagen mit der Zeit auch deutlich größer. Wäre er noch größer, würde man ihn wohl kaum noch im Hinterhof „parken“ und gestalten können. 2011 waren die Hammer mit einem Ufo durch den „Zug“ geflogen, 2012 zogen sie als Ritter und Burgfräuleins mit ihrem Bergfried (einem Turm, der der alten Hammer Eisenbahnbahnbrücke nachempfunden war) durch die Altstadt und im vorigen Jahr begleitete sie ein ausgewachsener Hai.

„Das alles tun wir für die Kinder“, sagt Röwekamp, „es ist schön, ihnen das Brauchtum auf diese Art nahezubringen. Die Kinder finden es toll, mal auf der anderen Seite des Zugs zu stehen.“ „Für die Kleinen ist das ein faszinierendes Erlebnis. Sie wollen dann gar nicht mehr weg und am liebstem jedem Kind Kamelle zuwerfen“, sagt Vossen. 134 Anmeldungen haben die Familien bisher. Vor fünf Jahren, als sie zum ersten mal die Teilnahme am Kinder- und Jugendumzug organisierten (damals ohne Wagen), waren es gerade einmal rund 30.

Bereits am Wochenende nach dem Karnevalssamstag treffen sich die Familien im Pfarrsaal, um das Motto für die nächste Session zu besprechen. Wortspiele mit Hamm gibt es zur Genüge. „Wir haben so viele Ideen, dass sie wahrscheinlich noch für unsere Enkel reichen würden“, sagt Plaßmann.