Das Monster aus dem Rhein

Thorsten Anders und Sascha Menge produzieren skurril-blutige Hörspiele.
Thorsten Anders und Sascha Menge produzieren skurril-blutige Hörspiele.
Foto: OH
Die beiden Düsseldorfer Thorsten Anders und Sascha Menge produzieren skurril-blutige Hörspiele und moderieren die „Trashothek“.

Düsseldorf..  Oh’ mein Gott! Der Rheinturm kracht auf das Landtagsgebäude. Weil ein gar fürchterbares Monster dem Rhein entsteigt. Und gegen was sträubt sich der nicht näher personalisierte Düsseldorfer Oberbürgermeister? Dagegen, zur eigenen Sicherheit ins Ruhrgebiet gebracht zu werden! Ein Szenario, bei dem Blutlachen und Schlimmeres Programm sind.

Es sind Thorsten Anders und Sascha Menge, zwei Frühvierziger, die mit viel Freude und Hang zur Skurrilität Hörspiele der Kategorie Horror-Trash entwickeln. Jetzt ist mit „Frankensteins blutige Teufelspranke - Monstershopping auf der Kö“ ihre dritte Grusel-Comedy auf dem Markt.

Sascha Menge und Thorsten Anders haben sich vor Jahren durch die TV-Serie „Das perfekte Dinner“ kennen gelernt „... als es dort noch ums Kochen ging“, betonen beide. Dabei stellte sich heraus, dass sie ein Hang zu erbaulichen Merkwürdigkeiten verbindet. Ein Ergebnis ihrer gegenseitigen Sympathie ist die „Trashothek Movie Minutes“. Dort präsentiert das Duo wöchentlich interessante und unterhaltsame DVD-Erscheinungen aus dem großen weiten Welt des Trash- und Exploitationfilms.

Dabei haben die beiden relativ seriöse Berufe. Menge ist Fotograf, und Anders organisiert unter anderem Wahlkämpfe.

Es ist vor allem ihre sympathisch unerschrockene Lust am bitterbösen Quatsch und ihre Hingabe ans Detail mit dem sie begeistern. Die Hörspiele beginnen immer mit dem knarzenden Geräusch einer Nadel, die auf einer Schallplatte aufsetzt. „Wegen der Athmosphäre“, sagt Thorsten Anders. Produktionen als Kassette oder auf Vinyl kommt für das Team aus Kostengründen leider nicht in Frage. Es gibt inzwischen zu wenig Möglichkeiten, Kassetten herzustellen.

Hennes Bender als Sprecher

Dennoch, für das aktuelle Hörspiel konnten Anders und Menge den Comedian Hennes Bender als Sprecher gewinnen. Sie selbst übernehmen, wie in den anderen Stücken auch, die Rolle der Reporter. Im aktuellen Hörspiel ist es das Wochenende des Düsseldorfer Japanfestes, als diese mit dem Japan-Monster-Fachmann verabredet sind. Dann passiert das Unvorstellbare. Das Grauen erhält ein Gesicht – bei den Kasematten entsteigt das bereits erwähnte Monster dem Rhein. Auf dem Tonträger besticht das so wenig possierliche Tierchen durch wundersame Geräusche. Die hat Vater Thorsten von seinem nur wenige Monate altem Sohn Erik aufgenommen und verfremdet.

Natürlich geht der angewandte Humor des Herrendos über Blutlachen und Knochensplittern hinaus. „In einer Szene erwähnen wir einen Lieferanteneingang eines Handtaschengeschäfts“, freut sich Sascha Menge und kugelt sich vor Freude an dem Gedanken, dass so ein Geschäft einen Lieferanteneingang brauche. Nunja, das ist wiederum eine Feinheit, die dem gemeinen Düsseldorfer Konsumenten nicht zwingend auffällt. Lieferanteneingänge für Handtaschengeschäfte, das hält sie für angemessen.

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