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Das Leiden der Fahrgäste

09.12.2008 | 21:47 Uhr

KRITIK. Bernhard Osterwind geht die Deutsche Bahn hart an. Er fordert vom VRR, die Linien an ein leistungsfähigeres Unternehmen zu geben.

ERKRATH. Verspätungen, Preiserhöhungen, schlechte Informationspolitik: Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR ) steht weiter in der Kritik. Nachdem die Preise für Bus und Bahn im Sommer um rund 5,5 Prozent erhöht worden sind, soll heute eine weitere Anhebung für das kommende Jahr beschlossen werden. Für die Erkrather unabhängige Wählergemeinschaft BmU kritisiert der Kreistagsabgeordnete Bernhard Osterwind das Missverhältnis zwischen Preis und Leistung. Bahnkunden und Städte würden einerseits zur Kasse gebeten, die Transportleistungen der DB-Regio seien andererseits ungenügend - und das besonders auf dem S-Bahnen im Kreis Mettmann.

Vor einem Jahr hatte der VRR der DB-Regio, bei der der Verkehrsverbund die S-Bahnleistungen in Auftrag gibt, den Vertrag gekündigt. Grund: Die Leistungen der Deutschen Bahn seien auf einem Tiefststand gewesen. "Heute weiß man, es geht noch schlechter", so Osterwind. Das Zugmaterial der DB auf den S-Bahnlinien sei in einem "erbärmlichen Zustand". Mehr Geld bei abgrundschlechter Leistung - das passt nicht zusammen, so Osterwind.

Jahrelanges Missmanagement

Als Beleg führt er die Odyssee einer Kundin am 24. November an, die aufgrund einer Streckensperrung ohne nennenswerte Informationen ihren Weg von Düsseldorf zurück nach Millrath auf eigene Faust finden musste - und dafür mehr als 100 Minuten benötigte, zum Teil mit der Regiobahn, deren Wagen zwar fuhren, deren Bahnhof aber keine Busanbindung hat.

Erlebnisse dieser Art seien in den vergangenen Monaten überall im Kreis zu hören, kritisiert Osterwind. Die DB setze überaltertes, ungeeignetes und nicht ausreichend instand gesetztes Material ein. Die Strecken für den VRR sind neu ausgeschrieben. Sollte der VRR "nach jahrelangem Missmanagement bei gleichzeitig hohen Gewinnen für die DB im Nahverkehr" wieder der Deutschen Bahn den Zuschlag geben, "kann er kein Verständnis erwarten. Dafür ist der Leidensdruck der Fahrgäste seit Jahren zu hoch."

Nach einer Neubesetzung der Linien mit leistungsfähigen Verkehrsunternehmen fordert die UWG Mettmann eine eigene Kontrolle der Qualität durch den Kreis. "Es kann nicht sein, dass man akzeptiert, dass die DB ihre Pünktlichkeit selber misst. Das ist so, als ob das Bildungssystem dadurch reformiert wird, dass sich alle Schüler ab sofort das Zeugnis selber schreiben", so Bernhard Osterwind.

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