Das Gold aus Ghana lag schon im Kofferraum

Allein die Aussicht, kiloweise reinstes Gold zum Schnäppchenpreis aus Ghana zu ergattern, brachte bei drei Geldgebern einer angeblichen Fürstentochter aus Ghana die Augen schnell zum Glänzen. Und zwar so sehr, dass die Geschäftsleute monatelang nicht merkten, wie sie mit erfundenen Räubergeschichten, mit plumpen Tricksereien und vorgetäuschten Polizeikontrollen hingehalten – und im Ergebnis um insgesamt fast 2,5 Millionen Euro geprellt wurden.

Schonmal verurteilt

So steht es jetzt in der Betrugs-Anklage gegen die angebliche Adels-Tochter aus Ghana und deren Ex-Geliebten (57), über die seit gestern das Landgericht verhandelt.

Wegen ähnlicher Gaunereien war die 34-jährige Afrikanerin schon einmal aufgefallen, war dafür angeklagt und auch verurteilt worden. Mit zwei Jahren Haft, ausgesetzt zur Bewährung, kam sie jedoch wieder auf freien Fuß. Und hat mit neuem Partner (57) aus Düsseldorf und neuen Opfern ihre Betrugsmasche sofort fortgesetzt, heißt es in der aktuellen Anklage.

Demnach habe die Frau durch gewerbsmäßigen Bandenbetrug mit Hilfe weiterer Komplizen wieder so getan, als könne sie Gold gleich kiloweise aus Ghana beschaffen – manchmal zu „Freundschaftspreisen“, aber immer deutlich unter dem offiziellen Kurswert. Drei Kaufleute fielen laut Anklage nacheinander darauf herein, jeder von ihnen reiste sogar nach Ghana, ließ sich das Gold dort zeigen, auch schon in den Kofferraum des Autos einladen – um auf der Fahrt zum Flughafen in letzter Sekunde aber von „Polizisten“ gestoppt zu werden, die jene Fracht sofort wieder „beschlagnahmten“.

Die Staatsanwaltschaft behauptet: Das war alles nur getrickst, die „Polizisten“ waren in Wirklichkeit Komplizen der Angeklagten – und wenn danach urplötzlich von Zollgebühren oder Ausfuhrsteuern die Rede war, dann hatten die Angeklagten das auch bloß erfunden, um von ihren Geldgebern immer neue, immer höhere Vorauszahlungen einzufordern.

„Polizisten“ als Komplizen

Doch keiner dieser drei Geldgeber, die im Voraus bis zu 1,5 Millionen Euro auf den Tisch der angeklagten Frau und ihres Freundes gelegt hatten, bekam laut der Anklage jemals auch nur ein Krümelchen des erhofften Goldes in die Finger.

Der 57-jährige Angeklagte aus Düsseldorf will am nächsten Prozesstag dazu aussagen. Die angeklagte Ghanaerin ließ ihren Anwalt gestern ausrichten, sie wolle vor Gericht „zunächst“ noch schweigen. Der Prozess vor dem Landgericht wird am Freitag, 23. Januar, fortgesetzt.