„Das Erinnern ist unsere Aufgabe“

Sie verbinden schreckliche Erinnerungen mit Deutschland, und doch kommen sie hier her, um über das Erlebte zu sprechen: Oberbürgermeister Thomas Geisel und seine Dezernenten haben Überlebende des Holocaust aus der Düsseldorfer Partnerstadt Haifa getroffen. Die fünf Zeitzeugen Shoshana Direnfeld, Anita Fainaro, Pnina Kaufmann und das Ehepaar Michael und Gital Koifman sind auf Initiative des Vereins „Brücke Düsseldorf – Haifa“ zu Besuch in der Landeshauptstadt und werden von Sylvie Behm (Rutenberg-Institut Haifa) begleitet.

Oberbürgermeister Thomas Geisel: „Deutsche haben Ihnen, Ihren Familien und Freunden in der Zeit des Nationalsozialismus schreckliches Leid zugefügt. Sie haben Hass, Terror und Verfolgung erlitten. Dass Sie heute dennoch zu uns gekommen sind, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, Demut und mit Hoffnung.“ 70 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges gehöre „das Erinnern zu unseren Aufgaben“, so Oberbürgermeister Thomas Geisel weiter. „Der Besuch ist Teil des Projektes Erinnerung-Verantwortung-Zukunft“, erläuterte Johannes Engelhardt vom Verein Brücke Düsseldorf – Haifa. Oberbürgermeister Thomas Geisel kündigte an, noch in diesem Jahr selbst nach Isreal zu reisen.

Die Zeitzeugen haben ein schweres Schicksal hinter sich: Shoshana Direnfeld wurde 1928 in Cluj in Ungarn geboren. Sie und ihre Familie wurden im Juni 1944 nach Auschwitz deportiert, die Eltern wurden getötet. Shoshana Direnfeld wurde anschließend in das Arbeitslager Oberhohenelbe gebracht. Anita Fainaro, geboren 1930 in Rumänien kam zunächst in ein Ghetto, wurde dann ins Lager Balta deportiert. Bei der Befreiung war sie gerade 14 Jahre alt. Michael Koifman, sieben Jahre jünger, ist ebenfalls Rumäne. 1941 wurde seine ganze Familie ins Lager Berschet deportiert, die Mutter und viele Familienmitglieder starben dort. Seine Frau Gital Koifman aus Britaschni wurde 1941 wie alle Juden ihrer Heimatstadt ins Ghetto transportiert. Die ganze Familie der Mutter wurde umgebracht. Der Vater musste ins Arbeitslager. Ihre Tanten väterlicherseits wurde befreit. Pnina Kaufman ist eine Zeitzeugin der zweiten Generation. Sie wurde 1946 in Lodz als Kind von Auschwitz-Überlebenden geboren.