Das Dürer-Kolleg zieht nach Benrath

Das Gebäude am Fürstenwall ist in Teilen 100 Jahre alt. Mehrmals mussten in den vergangenen Jahren einige Abschnitte der Fassade eingerüstet werden, weil sich zum Beispiel Steine lösten und auf die Straße fallen hätten können.
Das Gebäude am Fürstenwall ist in Teilen 100 Jahre alt. Mehrmals mussten in den vergangenen Jahren einige Abschnitte der Fassade eingerüstet werden, weil sich zum Beispiel Steine lösten und auf die Straße fallen hätten können.
Foto: Bretz
Was wir bereits wissen
Unterbilk verliert das größte handwerklich orientierte Berufskolleg der Stadt. Was aus dem Gebäude am Fürstenwall wird, ist unklar. Ampel denkt über Verkauf nach.

Düsseldorf. Nach jahrelanger Diskussion ist die Entscheidung über den neuen Standort des Albrecht-Dürer-Berufskollegs gefallen. Der Stadtrat stimmte einstimmig dafür, den Neubau auf dem ehemaligen ThyssenKrupp-Grundstück in Benrath zu errichten. Dort soll auch ein Wohnquartier im Umfeld von Düsseldorfs größtem handwerklich orientierten Berufskolleg im dualen Ausbildungssystem entwickelt werden. Bereits zum Jahreswechsel 2017/ 2018 soll das Gebäude fertig sein. Damit wird ein Verkauf des bisherigen Schulgebäudes am Fürstenwall in Unterbilk wahrscheinlich: In der Ampel-Koalition erhofft man sich, dadurch den Neubau teilweise finanzieren zu können.

Im Stadtrat wurde zunächst über das grundsätzliche Vorhaben entschieden. Demnach soll die Verwaltung die Planung vorantreiben, die Stadttochter IDR den Neubau errichten. Im Umfeld des neuen Berufskollegs mit 4200 Schülern soll ein Wohnquartier entstehen.

Für Kritik der CDU-Opposition sorgte, dass in der Vorlage keine Angaben zum Finanzierungsmodell gemacht werden. Sie fürchtet, dass der Bau mit einem Volumen von rund 70 Millionen Euro durch Schulden finanziert werden soll, die über die Stadttochter aufgenommen und durch ein Mietmodell im Kernhaushalt verschleiert werden: „Wir fordern, dass der Schulbau weiter im Kernhaushalt angesiedelt ist.“

Oberbürgermeister Thomas Geisel und die Ampel-Koalition machten noch keine Angaben, wie sie an das Geld kommen wollen. Die Frage der Finanzierung soll in einem späteren Beschluss vom Stadtrat entschieden worden. Geisel sagte, er sei ebenfalls dafür, dass Schulen über den Kernhaushalt finanziert werden. „Aber wir werden Schulen nicht nur nach Kassenlage bauen können.“ Er warf der CDU vor, Möglichkeiten für Einnahmen in die Stadtkasse zu blockieren – etwa die Ausschüttung der Stadtsparkasse.

Vor allem die FDP hat immer wieder erklärt, für Miet-Modelle mit Stadttöchtern nicht zur Verfügung zu stehen. Die Ampel-Koalition sucht nach Möglichkeiten für zusätzliche Einnahmen. Der Verkauf von Immobilien und Grundstücken ist dabei eine der favorisierten Optionen – und das Schulgebäude am Fürstenwall 100 ist bereits konkret im Gespräch, zumal es als stark sanierungsbedürftig gilt. Die Schule ist in Teilen bereits 100 Jahre alt und hat und eine lange Tradition als Schulstandort. In dem Bau war unter anderem eine Oberrealschule untergebracht, 1954 eröffnete dann die Handwerkerberufsschule in dem Gebäude. Das – zumindest derzeit noch – Unterbilker Kolleg gilt als eine der wichtigsten Berufsschulen Düsseldorfs.