Daniela Welti zeigt Glaskunst im Zaubergarten
05.09.2010 | 20:55 Uhr 2010-09-05T20:55:00+0200
Düsseldorf.Daniela Welti zeigt Glaskunst in ihrem Garten in Düsseldorf. Derzeit bietet sie 15 Glaskünstlern eine natürliche Plattform unter Weinranken und altem Baumbestand. Interessenten kommen inzwischen von weither zu ihrer Glasgalerie.
Rote Bänder mit der ansonsten auf Postpaketen verklebten Warnung „Vorsicht, Glas“ weisen witzig den Weg in einen Zaubergarten hinter der Volmerswerther Straße. Daniela Welti hat ihn in jahrelanger behutsam gesteuerter Anzucht und Pflege angelegt und mitten hinein ein Glashaus gesetzt. So transparent wie die Wände zwischen Innen- und Außenwelt sind zur Zeit auch die dort ausgestellten Kunstwerke: Glas, vielmehr Glaskunst. Einige schwierige Gattung, der die Anerkennung aus nicht immer durchsichtigen Gründen vielfach verweigert wird. Schwer zu erklären und zu begreifen. Die Fotokunst hat’s doch auch geschafft, trotz tausendfachen digital bearbeiteten Abzügen, die oft eher groß als gut sind.
Hier setzt die Arbeit, besser beschrieben als Leidenschaft, der Tschechin Daniela Welti an. In Tschechien hat die Glaskunst eine lange Tradition, schon seit dem 16. Jahrhundert, parallel zur venezianischen. In Prag, wo sie zur Schule gegangen ist, traf sie den Architekten Borek Sipek, der sie für dieses Segment der Kunst begeisterte.
Die City und die Oase
Nun reist Daniela Welti in ihrer Heimat von Hütte zu Hütte, vor allem vor den Ausstellungen, drei organisiert sie im Jahr. Dass sie die Sprache der Künstler spricht, macht vieles leichter. Vor sechs Jahren bot sie ihre Entdeckungen erstmals in einem Gemeinschaftsladen an der Loretto-straße an. Seit drei Jahren hat sie nun ihr eigenes Geschäft an der Heinrich-Heine-Allee.
Eigentlich eine 1-A-Lage an der Düsseldorfer Kunst- und Galerienmeile. Aber auch eine problematische. Von einer Seite, der Opernpassage, wird ihre Außenmauer im Wortsinne oft angepinkelt. Auf der anderen Seite grölende Junggesellenabschiede im Hotel, bei dem nur noch der Name vornehm ist. Sie wollte schon auf eigene Kosten einen neuen Teppichboden im Eingangsbereich spendieren, weil’s dort so schäbig aussieht. Aber egal, sagt die selbstbewusste Frau: „Ich will, dass man mich nach der Qualität der Ware beurteilt. Für die Umgebung bin ich nicht verantwortlich.“
Immer wieder anders
Umso mehr engagiert sie sich in ihrer Oase an der Volmerswerther Straße, wo sie zur Zeit 15 Glaskünstlern eine natürliche Plattform unter Weinranken und altem Baumbestand bietet: spinnwebzarten Gebilden, einem Goethegedicht, das wie auf gläsernen Speerspitzen in den Rasen gerammt ist. Starkfarbige, kompakte Objekte (nicht immer passt der abgenutzte Begriff der zerbrechlichen Schönheiten), verspiegelte Kugeln schweben ins Licht wie splitternde Prismen. Manche Werke wirken wie ausgeschnittene Wasserwelten.
Jahreszeiten, Wetter, Sonnen- und Mondschein lassen solche Kunstwerke immer wieder neu und anders erscheinen, verändern in einem Augenblick An-, Ein- und Durchblick. Ein spannender Werkstoff. Nicht nur für Künstler, die ihn schleifen, polieren, sägen, gießen, ja behämmern wie Bildhauer. Es wächst die Zahl der Sammler. Denn die Preise sind – eben auch oft wegen mangelnder Anerkennung – (noch) moderat, beginnen bei etwa 500 Euro – Ende nach oben offen. Interessenten kommen inzwischen von weither zur Düsseldorfer Glasgalerie. Im Museum ist sie inzwischen ebenso vertreten wie auf der Messe Glastec in Düsseldorf (28. 9. bis 1.10.2010).
10:44
Habe mal auf die Homepage des Zaubergartens geguckt - ganz wunderbar, wie wunderschön sind die Exponate! In anderen Ländern ist man offenbar weiter und weiß Glaskunst angemessen zu würdigen.