Daimler feiert viermillionsten Sprinter in Düsseldorf

Martin Kelterer vom Mercedes-Benz Werk Düsseldorf, OB Geisel und Albert Sienz (von links) vom DRK Köln mit dem viermillionsten Sprinter.
Martin Kelterer vom Mercedes-Benz Werk Düsseldorf, OB Geisel und Albert Sienz (von links) vom DRK Köln mit dem viermillionsten Sprinter.
Foto: Oli Bellendir
Was wir bereits wissen
Laut Unternehmen soll das Düsseldorfer Werk noch weitere Millionenmarken erreichen

Düsseldorf.. „Versuchen Sie es nicht, es wird nicht funktionieren“, sagt Mercedes-Werksleiter Martin Kelterer, als er den überdimensionalen, symbolischen Autoschlüssel an Oberbürgermeister Thomas Geisel übergibt. Der drehte wenig später den echten Schlüssel im Schloss und fuhr den viermillionsten Transporter aus der Fertigungsstrecke. Dort produzierten die Mitarbeiter des Daimler-Werks seit 1962, trotz Stellenkürzungen und der angekündigten Auslagerung der Sprinter-Produktion erwartet Mercedes in Zukunft noch weitere Millionenmarken im Düsseldorfer Fahrzeugwerk.

„Hier wird nicht nur der fünfte, sechste, sondern auch noch der zigmillionste Sprinter vom Band laufen“, sagte Thomas Weilbier, Vorsitzender des Betriebsrats. In Zukunft würden sich zwar die „Produktionsweisen“ und auch das Management weiterentwickeln, dennoch spricht Weilbier von sicheren Arbeitsplätzen. Erst Ende vergangenen Jahres gab das Unternehmen bekannt, bis 2020 insgesamt 650 Angestellte über freiwillige Ausscheidungsvereinbarungen zu entlassen. Experten und viele der 6500 Mitarbeiter in Düsseldorf befürchteten betriebsbedingte Kündigungen oder Stellenverlagerung in die USA, wo ein neues Sprinter-Werk in Planung ist.

Die nächste Sprinter-Generation wird auch im Düsseldorfer Werk produziert. Zudem soll die Investition von 300 Millionen Euro aus der Fahrzeugfabrik ein „Kompetenzzentrum“ für die weltweite Sprinterproduktion machen. Zur Zeit bestellen Kunden in 130 Ländern das Flaggschiff. Der Werksleiter sei stolz auf den Ruf des Sprinters, der wie „Tempo“ oder „Tesa“ für eine Produktklasse stehe. Das Jubiläumsfahrzeug kaufte das Kölner DRK, an das Kelterer eine Spende von 10 000 Euro übergab. Von dem Geld will das DRK eine Flüchtlingsunterkunft finanzieren.

Vor 53 Jahren begann die Produktion von Transportern an der Rather Straße, nachdem die damalige Daimler-Benz AG das Werk von der Auto Union übernahm. Verschiedene Fahrzeuggenerationen rollten vom Band, ehe Mercedes 1995 den Sprinter einführte, von dem Düsseldorf bisher 2,6 Millionen Fahrzeuge produzierte. Heute verlassen an jedem Arbeitstag 725 Sprinter die Endkontrolle, vergangenes Jahr rund 167 000. Mit den Produktionsweisen der Fahrzeuge änderten sich über die Jahre auch die Aufgaben der Mitarbeiter. „Im Vergleich zu früher müssen wir heute mehr machen, die Arbeit wurde aber körperlich leichter“, sagt Mauro Squintu, seit 34 Jahren im Werk angestellt.