„Charlie Hebdo“ nicht zu haben

Auch am zweiten Tag nach dem Verkaufsstart der aktuellen Ausgabe von „Charlie Hebdo“ gingen die Düsseldorfer leer aus. Am Sonntagmorgen hing vor dem Zeitschriftengeschäft „Grauert“ im Düsseldorfer Hauptbahnhof ein Hinweis, dass keine Lieferung eingetroffen sei. Von Christian Herrendorf „Heute ist leider keine Lieferung von Charlie Hebdo gekommen“, steht auf einem DIN-A4-Blatt an einer Scheibe des Geschäfts, erneut mussten Kunden, die für eine Ausgabe früh aufgestanden waren, enttäuscht nach Hause. Bereits am Samstag erinnerten die Szenen an den Verkaufsstart für Konzerte großer Rockmusiker oder neue Apple-Produkte: Bereits um zwei Uhr campierten die ersten Interessenten im Hauptbahnhof, gegen sechs Uhr warteten dort mehr als 50 Menschen. Die Inhaber hatten eine feste Zusage erhalten, am frühen Samstagmorgen einige Exemplare von „Charlie Hebdo“ zu erhalten. Um kurz vor sechs traf der Lieferant mit den internationalen Zeitungen ein, eilig rissen die Mitarbeiter das Paket auf – und fanden nichts. Auch die Mayersche Buchhandlung und der Stern Verlag gingen leer aus.

Ganz verzichten muss man auf die Ausgabe von „Charlie Hebdo“ allerdings nicht, wenn man sie unbedingt lesen will. Denn inzwischen gibt es sowohl im Play-Store von Android als auch im App-Store von Apple eine App des Magazins. Die App selbst kann man sich kostenlos herunterladen, dann wird das Cover des aktuellen Hefts angezeigt. Will man sich das Magazin dann herunterladen, kostet das im App-Store 2,99 Euro, im Play-Store drei Euro. Aber dann steht dem Lesegenuss nichts mehr im Weg.