Busfahrer rettet Frau nach Unfall

Zwei Stunden trennten Peter Theunissen noch von seinem Feierabend. Der 37-jährige Busfahrer der Rheinbahn hatte keine Fahrgäste an Bord, als er vergangenen Mittwoch die nächtliche Bergische Landstraße entlangfuhr und kurz nach seiner ersten Haltestelle einen Feuerschein sah (NRZ berichtete). Was er dann tat, rettete vermutlich das Leben einer 32-jährigen Autofahrerin. „Ich konnte schon erkennen, dass das Auto vor einen Baum gefahren sein muss“, sagt Theunissen. Er stieg aus, lief zum Fahrzeug, wo er auf einen zweiten Helfer traf. Der wählte den Notruf, während Theunissen zum Bus zurückkehrte und den Feuerlöscher holte. „Ich war selbst überrascht, alles war sofort wieder da“, erinnert sich Theunissen, der zuletzt vor vier Jahren an einer Rettungsübung teilnahm.

Die schwer verletzte Fahrerin des Autos sei bei Bewusstsein gewesen, aber zwischen Sitz und Armaturenbrett eingeklemmt. Theunissen löschte erst einen Brand unter dem Auto, dann aus dem Motor, bevor die Feuerwehr eintraf und die Rettung übernahm. „Der Einsatzleiter kam auf mich zu und sagte: ,Das haben sie super gemacht.’ Da schossen mir die Tränen in die Augen“, sagt Theunissen. Obwohl er nur wenige Minuten an dem Fahrzeug verbrachte, diagnostizierten die Sanitäter bei ihm eine leichte Rauchvergiftung – davon habe er aber nichts gemerkt: „Mein Kopf fühlte sich klar an, richtig realisiert habe ich alles aber erst am nächsten Tag.“

Theunissen ist nicht sicher, ob er auch Erste Hilfe hätte leisten können. Doch eins weiß er: Jeder hat die Pflicht, zu helfen. „Man hört immer wieder, dass Leute an Unfällen vorbeifahren, weil sie Angst haben, etwas falschzumachen. Dabei können ein paar Handgriffe Leben retten.“