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Bunte Ellipse bei der Quadriennale in Düsseldorf

20.07.2010 | 18:44 Uhr
Bunte Ellipse bei der Quadriennale in Düsseldorf
Insgesamt zehn Düsseldorfer Museen und Ausstellungshäuser nehmen an der Quadriennale 2010 mit Ausstellungen teil. Im Bild: Die Organisatoren posieren am 25. Februar 2010 im Theater PaketPost vor der Kamera. Vorne Geschäftsfürer und Kulturdezernent Hans-Georg Lohe. Foto: Sergej Lepke / WAZ FotoPool

Düsseldorf.So viel ist sicher: Düsseldorfs Quadriennale wird ein spektakuläres Fest für die Sinne. Vom September bis zum Januar. Der Kunst auf der Höhe ihrer Zeit wird man nicht entgehen können. Unter anderem zu sehen: eine Installation von Katharina Grosse.

Die Quadriennale in Düsseldorf startet im September. Sie will Kunst auf der Höhe der Zeit präsentieren. Im geographischen Mittelpunkt der Stadt schafft die gerade an die Kunstakademie berufene Katharina Grosse eine unübersehbare Installation: Eine von vier überdimensionalen Ellipsen, die sie letztes Jahr in der temporären Kunsthalle von Berlin zeigte, wird an die Außenwand der Johanneskirche geschraubt, Blickrichtung Tausendfüßler. Das wunderbar leichte Farbenspiel bringt mit seinem schweren Gewicht (eine Tonne) erstmal Probleme mit sich: Die Verankerung, die in den Kirchenbau getrieben werden muss, muss schon in Kürze fertig werden werden. Jedenfalls dürfen die Vorbereitungen für eine Oper in der evangelischen Hauptkirche nicht gestört werden. Katharinas Grosses bunte Ellipse folgt dann Mitte September.

Ein Universum in Weiß

Als unüberwindbar haben sich dagegen Probleme erwiesen, einen Kunst-Turm am Rhein zu installieren - zwischen KIT und Mannesmann-Hochhaus. Obwohl der Künstler Dirk Skreber schon von angepeilten 70 Metern auf etwa die Hälfte heruntergehandelt worden war, scheiterte die Kunsthalle im Behördendschungel, wie Gregor Jansen wissen ließ: Städtische Ämter, Deichbehörde, Wasser- und Schiffahrtsbehörden hatten Bedenken, Bedenken, Bedenken. „Unüberwindbar“, resümierte Jansen. Damit hatten die Kulturschaffenden nicht gerechnet. Vielleicht war den Ämtern auch nicht geheuer, dass man bei einem Künstler wie Skreber nicht nur mit Musik von oben rechnen muss, sondern auch mit Rhein-Springern, die nicht dem Suizid, sondern der Aktionskunst verfallen sind ...

Dafür richtet Björn Dahlem im KIT (Kunst im Tunnel) den Blick zum Weltenhimmel. Er installiert ein Universum ganz in Weiß, Eisberge und die Milchstraße spielen darin Rollen. Besucher werden das 800- Quadratmeter-Kunststück durchwandern können und dabei auf Fundstücke stoßen, die wie aus anderen Welten wirken.

Symposium im September

Mit dem Hier und Jetzt der Kunst befassen sich, dem Generalthema der Quadriennale entsprechend, andere Ausstellungen - wie die Werke von Marcel Broodthaers in der Kunsthalle. „Von realer Gegenwart“ ist der jetzt gefundene nüchterne Titel. Ein Symposium am 8./9. September kratzt am vermeintlichen Ewigkeitswert der Kunst.

Dieter Schneider

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