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Provokation

Republikaner-Büro nahe Synagoge empört Düsseldorfer

22.10.2013 | 23:15 Uhr
Republikaner-Büro nahe Synagoge empört Düsseldorfer
Unscheinbar, noch ohne gedrucktes Klingelschild: Die Republikaner haben an der Bankstraße 65 in Düsseldorf-Derendorf ihre neue Landesgeschäftsstelle eingerichtet.

Düsseldorf.   Der Landesverband der Partei „Die Republikaner“ hat sich im Düsseldorfer Stadtteil Derendorf niedergelassen. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die Jüdische Gemeinde Düsseldorf mit Synagoge und Gemeindezentrum. Die Jüdische Gemeinde und eine muslimische Ratsfrau sind entsetzt über die neuen Nachbarn.

Auf dem Klingelschild des Hauses Bankstraße 65 im Düsseldorfer Stadtteil Derendorf steht es unscheinbar mit Kugelschreiber: „REPLV-NRW“. Hinter den Buchstaben verbirgt sich der Landesverband der rechten Partei „Die Republikaner“, der sich hier niedergelassen hat. Pikanterweise in Nachbarschaft zur Jüdischen Gemeinde Düsseldorf mit Synagoge und Gemeindezentrum an der Zietenstraße. Dort zeigte man sich am Dienstag überrascht von den neuen Nachbarn.

Republikaner nicht sonderlich sympathisch

„Unsere Begeisterung hält sich in Grenzen“, reagierte Michael Szentei-Heise, Geschäftsführer der Gemeinde. „Wir fühlen uns unwohl, solche Nachbarn zu haben.“ Ihm seien die Republikaner nicht sonderlich sympathisch, aber: Nach seinen Informationen werden die Reps seit 2008 vom Verfassungsschutz nicht mehr als rechtsextrem eingestuft, außerdem hätten sie sich von rechtsextremen Tendenzen abgesetzt. Allerdings ist das fraglich, wenn man deren Wahlplakate sieht.

Zwei Häuser neben der Landesgeschäftsstelle, die auch von den Düsseldorfer Republikanern genutzt wird, ist die orthodoxe jüdische Organisation „Chabad Lubavitch“ beheimatet. Rabbiner Chaim Barkahn: „Wir möchten uns mit jedem Nachbarn gut stehen – auch wenn man unterschiedlicher Meinung ist.“

„Unglaubliche Provokation"

 „Diese Geschäftsstelle ist weniger als hundert Meter von der jüdischen Synagoge entfernt“, schimpfte Chomicha El Fassi (Freie Wähler ) auf NRZ-Anfrage. „Für mich ist das eine unglaubliche Provokation, die man nicht einfach hinnehmen sollte“, so die einzige muslimische Ratsfrau im Stadtrat, auf NRZ-Anfrage.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass sich diese Rechten in Düsseldorf wieder breitmachen und mit Schlips und Kragen ihr braunes Gedankengut unter die Leute tragen.“ Die Geschäftsstelle soll unter anderem dazu dienen, Versammlungen abzuhalten, für die die Reps ansonsten in Düsseldorf keine Räume finden können. Die erste Versammlung hat dort bereits vergangenen Freitag stattgefunden.

NRZ

Kommentare
23.10.2013
13:16
Büro der Republikaner neben der Synagoge
von unweit | #1

Verzeihung, aber wenn die Juedische Gemeinde und/oder diese muslimische Ratsfrau so empoehrt sind dann sollen sie das Gebaeude erwerben um so...
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http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/buero-der-republikaner-neben-der-synagoge-id8589591.html
2013-10-22 23:15
Düsseldorf, Die Republikaner, Synagoge, Jüdische Gemeinde, Partei, Landesverband
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