Bürgerhaushalt in Hilden: Gute Resonanz
11.02.2011 | 20:53 Uhr 2011-02-11T20:53:00+0100
Hilden.Jeder dritte Hildener hat sich im Internet den kommunalen Bürgerhaushalt angeschaut und Vorschläge gemacht. Die Stadt wertet das als „großen Erfolg“.
Mit zufriedener Miene blickt Heinrich Klausgrete auf die frischen Daten. Die Beteiligung am kommunalen Bürgerhaushalt im Internet lässt sich aus Sicht des Amtsleiters Finanzservice als klarer Erfolg werten. „Das sind gigantische Zahlen. Die hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet“, sagt er angesichts der 17100 einzelnen Themenaufrufe seit knapp einem Monat. Rein statistisch gesehen, könne man daher beinahe sagen, dass ein Drittel der Hildener die Diskussionsforen und Umfragen in Augenschein genommen hat.
Ohne Zweifel spiegeln die Zahlen, die Klausgrete und sein Mitarbeiter Kai Russo prösentieren, ein durchaus bemerkenswertes Interesse am doch eher dröge anmutenden Haushalt-Stoff wieder: 165 Nutzer haben sich mittels einer gültigen E-Mail Adresse registrieren lassen. 644 mal stimmten sie in den Umfragen der Stadtverwaltung ab, 151 Beiträge posteten sie zu 38 Themen. Wobei 11 der letzteren von Bürgern selbst initiert wurden.
Das Interesse der Nutzer verteilt sich gleichmäßig auf alle Themen
„Prinzipiell verteilt sich das Interesse der Nutzer recht gleichmäßig auf die verschiedenen Themenfelder“, hat Kai Russo beobachtet. „Aber es gibt ein paar Ausreißer.“ Als heißes Eisen hätten sich beispielsweise Fragen zu den Musikschul-Gebühren entpuppt. Würden Sie deren Angebote weiterhin nutzen, wenn die Unterrichtsgebühr um 10 Prozent angehoben würde? Dies will die Stadtverwaltung wissen. 86 Prozent der 111 abgegebenen Stimmen entfallen auf Nein. Dabei ist die Anzahl der Zugriffe ebenfalls aussagekräftig. Denn imposante tausendmal klickten sich Nutzer auf der Seite bis zu dieser Frage durch. Auch die Kinder-Betreuung und das nicht gerade nach Hochspannung klingende Thema Stadtentwässerung sind oben auf der BeliebtheitsSkala zu finden. „Themenfelder mit vielen Zugriffen oder Beiträgen erkennt man daran, dass ihnen mehrere Sterne zugeordnet sind“, so Russo.
Während er noch hofft, dass sich die Zahl der registrierten Nutzer bis zum Projekt-Ende am 28. Februar noch seiner persönlichen Zielmarke von 400 annähert, sieht Klausgrete das übergeordnete Ziel bereits heute als erreicht an. „Unser Hauptaugenmerk liegt allgemein ja darauf, die Bürger über das Thema Haushalt und die Leistungen der Stadt zu informieren.“ Und: „Wir haben nicht die Situation, dass die Leute über einen Sparkatalog abstimmen müssen.“
Einhellig betonen beide, dass konkrete Bürger-Fragen allerspätestens binnen 24 Stunden beantwortet werden. Russo: „Das geht manchmal auch im Zehn-Minuten-Takt. Die Kollegen schreiben teilweise von zu Hause aus.“ Beinahe schwärmerisch berichtet so auch Klausgrete von einem regen E-Mail-Austausch mit einem interessierten Bürger. „Es ging um ÖPNV. Wir haben über Auslastungsgrade und Busgrößen diskutiert.“
Doch wie sieht es mit Bürger-Vorschlägen für die Haushaltsplanberatungen aus? Diese seien bislang eher rar gesät, räumt Russo ein. Konkreteres habe es im Bereich „bürgerschaftliches Engagement“ gegeben. „Wir warten bis Ende Februar ab. Dann muss man sehen, ob man aus bestimmten Vorschlägen Beschlussvorlagen generieren kann.“ Sicher sei aber, dass im Haupt- und Finanzausschuss Mitte März ein Bürgerhaushalt-Fazit gezogen werde.
Möglicherweise kann Russo dann auch sagen, ob die anvisierte Zielgruppe, nämlich junge Hildener, erreicht wurde. „Wir werden alle Nutzer noch bitten, dass sie sich Altersgruppen zuordnen“, so Russo. Seine Vermutung: von Jung bis Alt ist alles vertreten. „Aber das ist nur ein Bauchgefühl.“
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