Bürger laufen gegen Abriss Sturm

Lichtenbroich..  Die geplante Umgestaltung der Wohnsiedlung „Klein Korea“ in Lichtenbroich beschäftigt die Menschen im Viertel sehr. Vorgesehen ist, von den insgesamt 221 Gebäuden 81 Häuser im südlichen Teil der Siedlung abzureißen. Die restlichen Häuser sollen umfassend saniert und modernisiert werden.

Die Düsseldorfer Bau- und Spargenossenschaft (DüBS) hat zwar die Bewohner mit einer umfangreichen Broschüre über diese Pläne informiert, diese beklagen aber, dass sie vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. „Die DüBS muss nun die versprochenen Antworten liefern, den Bewohnern Planungssicherheit geben. Diese müssen erfahren, wie hoch die Miete sein wird und ob sie in der Siedlung bleiben können“, sagt SPD-Ratsherr Frank Spielmann. Die Bewohner wollen erfahren, auf welchen Grundlagen die Entscheidungen zustande kamen.

„Für uns ist nicht einsehbar, wieso der südliche Teil schlechter als der nördliche sein soll“, sagt Anwohnerin Christina Kiopidis. Sie wäre nur bereit, den Abriss hinzunehmen, wenn sie die Gründe dafür kennen würde. Martin Waltschmidt geht sogar noch einen Schritt weiter. Sein Haus ist zwar nicht von dem Abriss betroffen, aber er befürchtet nach einer Sanierung zu hohe Mieten. „Ich werde deshalb notfalls ein eigenes Gutachten in Auftrag geben.“

Platz für eine Seniorenanlage

DüBS-Sprecherin Vivian Stürmann weist aber darauf hin, dass eine Einzelbewertung wenig Sinn macht, da bei der Sanierung nicht einzelne Einheiten in einer ganzen Häuserzeile ausgeklammert werden könnten. „Der Teilabriss ist keine Ideallösung aber der bestmögliche Kompromiss, um die Siedlung auch langfristig zu erhalten“, sagt sie.

Zudem würde so Platz für eine Seniorenanlage entstehen und damit könnten die Bewohner, wie von vielen gewünscht, im Stadtteil alt werden. „Deshalb sind für mich persönlich die Pläne positiv, auch wenn ich den Abriss meines Hauses bedauer, das sich in einem hervorragenden Zustand befindet“, sagt Werner Wüstenberg.

Dass die DüBS aber jetzt erst sanieren will, ärgert Gerhard Pohlhaus aus Lichtenbroich. „Wenn das früher geschehen wäre, wäre ein Abriss nun nicht notwendig.“ Er bedauert zudem, dass nun ein Graben zwischen den Bewohnern des Nord- und Südteils entstanden sei.

„Die Kommunikation ist wirklich nicht optimal gelaufen“, sagt DüBS-Sprecherin Vivian Stürmann. Sie verspricht aber, dass sich das nun gründlich ändern soll.